Elektrohändler Haas ist insolvent – 154 Beschäftigte betroffen

27. Oktober 2017, 13:11
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Das niederösterreichische Unternehmen hat mit schweren Umsatzrückgängen zu kämpfen und will sich nun fokussieren

Der niederösterreichische Elektrohändler Haas Elektro ist insolvent, plant aber eine Weiterführung des Geschäfts. Haas hat Standorte an der Brünner Bundesstraße und in der SCS in Vösendorf.

Das 1968 gegründete Unternehmen beschäftigte zuletzt 154 Mitarbeiter, die Verbindlichkeiten belaufen sich auf bis zu 36 Millionen Euro. Ihnen stehen Aktiva von 2,6 Millionen gegenüber, teilten die Kreditschützer AKV, Creditreform und KSV am Mittwoch mit.

Starker Umsatzrückgang

Das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung wurde am Mittwoch am Landesgericht Korneuburg eröffnet. Die Firma mit Sitz in Gerasdorf bei Wien hat einen Eigenantrag dafür gestellt, sagt Gerhard Weinhofer vom Österreichischen Verband Creditreform.

Das Unternehmen beschäftigt sich mit dem Elektrohandel sowie seit 2014 mit Küchen und Wohndesign an Standorten in Seyring, Gerasdorf und der Shopping City Süd. Die Insolvenzursachen liegen in einem verstärkten Umsatzrückgang und in schwierigeren Versicherungsbedingungen vonseiten der Kreditversicherer. Den rund 160 Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren, angeboten.

Unternehmen soll fortgeführt werden

Das Unternehmen soll fortgeführt werden. Restrukturierungsmaßnahmen wurden bereits eingeleitet, mit einer stärkeren Positionierung als Küchenanbieter und einer Einschränkung der Produktpalette in der Unterhaltungselektronik. Zudem wurde die Verkaufsfläche in der SCS erheblich reduziert.

Gläubiger können ihre Forderungen über Creditreform bis 15. November anmelden. Die Abstimmung über den Sanierungsplan findet Mitte Jänner statt.

Für die Beschäftigten ist die Hilfe der AK Niederösterreich angelaufen. In den Haas-Standorten in Gerasdorf und der SCS Vösendorf berechnen Experten der AK Niederösterreich seit dem Vormittag bei jedem einzelnen Beschäftigten, wie viel Geld ihm oder ihr das Unternehmen schuldet. Diese Ansprüche werden beim Insolvenzentgeltfonds angemeldet, der nach Pleiten die Löhne und Gehälter auszahlt, die die Firma nicht mehr leisten konnte.

"Offen sind das Gehalt für Oktober und das anteilige Weihnachtsgeld", so Jutta Maca, Leiterin des Insolvenzreferats der AK Niederösterreich. "Das heißt, bis jetzt haben die Beschäftigten die Insolvenz ihres Arbeitgebers glücklicherweise nicht gespürt. Allerdings wird das Oktobergehalt jetzt mit einer kleinen Verzögerung auf ihrem Konto eintreffen." Für das Weihnachtsgeld könnte der übliche Termin – der 1. Dezember – halten. (red, 25.10.2017)

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