Staatsanwaltschaft prüft Anzeige gegen Wienwert

25. Oktober 2017, 08:00
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Geschäftspartner erhebt Vorwürfe zu Abschlagszahlungen für Immogesellschaft

Wien – Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) beschäftigt sich mit der privaten Immobilienentwicklungsgesellschaft Wienwert. Konkret prüft sie eine Anzeige gegen Wienwert, die ein Exgeschäftspartner der Gruppe jüngst eingebracht hat. Die Behörde gehe den Fragen nach, ob sie für den angezeigten Sachverhalt zuständig ist und ob ein Anfangsverdacht vorliegt, erklärte eine WKStA-Sprecherin auf Anfrage des STANDARD.

Die Anzeige basiert auf einer Aussage des früheren Geschäftspartners, die dieser Anfang Oktober vor dem Landeskriminalamt Wien getätigt hat. Er spricht darin unter anderem von fragwürdigen Zahlungen an Gesellschaften von Wienwert-Nahestehenden, die 2016 rund um einen geplanten Immobiliendeal in der Prager Straße in Wien-Floridsdorf geleistet worden seien.

Wienwert habe damals ein verbindliches Angebot für ein Grundstück ebendort gelegt – er selbst habe für einen anderen Auftraggeber ein Projekt in unmittelbarer Nähe betreut und entwickelt, der sei quasi selbst an der Immobilie interessiert gewesen.

Wienwert habe sich dann bereit erklärt, vom Kaufvertrag zurückzutreten – gegen eine Abschlagszahlung von 300.000 Euro. Ursprünglich sei vereinbart gewesen, das Geld an den Rechtsanwalt der Wienwert-Gruppe zu überweisen, tatsächlich sei es dann aber zu drei Überweisungen à 100.000 Euro an drei andere Gesellschaften gekommen – unter dem Titel "Schadenersatz".

Eilige Überweisung

Diese drei Gesellschaften seien Wienwert-Aktionäre, heißt es in der Rücktrittsvereinbarung, in der vom Ersatz von "frustrierten Kosten durch Rechtsberatung, Projekt- und Planungsstudien sowie Finanzierungskosten und -provisionen" der Wienwert die Rede ist. Sie stammt vom 9. September 2016, tags zuvor hatte ein Wienwert-Manager auf eine "Eiltüberweisung morgen" bestanden.

Wienwert-Verantwortliche und der Anwalt der Gesellschaft sind zu keiner Stellungnahme bereit. DER STANDARD betont, dass die Unschuldsvermutung gilt. (Renate Graber, 25.10.2017)

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