Regressabschaffung: Vorarlberg baut ambulante Betreuung aus

25. Oktober 2017, 09:11
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Dem erwarteten Run auf Pflegeheime will das Land nach der Regressabschaffung mit mehr ambulanten Angeboten begegnen

Bregenz – Vorarlberg bereitet sich auf die Zeit ohne Pflegeregress vor. Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) und Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) berichteten am Dienstag, wie sie dem möglichen Ansturm auf Pflegeheime begegnen wollen.

Die Abschaffung des Pflegeregresses ab 1. Jänner 2018 wird Vorarlberg rund 36 Millionen Euro kosten. Allein den Entfall von Einnahmen beziffert Wallner auf neun bis zehn Millionen. Gehe man davon aus, dass der Bund nur 100 Millionen auf die Länder verteile, bekäme Vorarlberg 4,4 Millionen. Eindeutig zu wenig, wie Wallner und Wiesflecker meinen. Der Bund müsse das Doppelte zur Verfügung stellen.

Mehr mobile Hilfe

Sollte es tatsächlich zu einem um zehn Prozent höheren Bedarf an Pflegebetten kommen, wie Schätzungen vermuten lassen, müsste Vorarlberg 240 neue Pflegeplätze schaffen, sagt Wiesflecker. Um den Druck auf die Pflegeheime zu nehmen, müsse die ambulante Betreuung ausgebaut werden. 80 Prozent der Vorarlberger Pflegebedürftigen werden daheim gepflegt, sie sollen auch weiter so lange wie möglich im vertrauten Umfeld bleiben, meint die Landesrätin.

Dazu werden ambulante Dienste wie Hauskrankenpflege, Mobiler Hilfsdienst und Tagesbetreuung ausgebaut. Im Budget 2018 wurde eine zusätzliche Million dafür veranschlagt. Mehr Betreuungspersonal erhofft man sich aus der AMS-Aktion 20.000. Weiter unter Geldnot leiden die Mohi-Einrichtungen. Lediglich 60 der 1.400 mobilen Hilfskräfte sind angestellt.

Betreuung bei psychischen Problemen

Weiter ausbauen will man die gerontopsychiatrische Pflege. Bisher wird dieser Dienst für alte Menschen mit psychischen Erkrankungen im Bezirk Bludenz und in fünf großen Kommunen angeboten. 600.000 Euro stellt das Land 2018 für diese Dienstleistung zur Verfügung.

Wie hoch die Eigenleistung der Betreuten für all diese Dienstleistungen sein wird, ist noch nicht geklärt. Man arbeite an sozial verträglichen Lösungen, sagt Wiesflecker. (Jutta Berger, 25.10.2017)

  • Die Vorarlberger Landesrätin Katharina Wiesflecker will Pflege durch ambulante Dienste erleichtern.
    foto: landespressestelle

    Die Vorarlberger Landesrätin Katharina Wiesflecker will Pflege durch ambulante Dienste erleichtern.

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