VKI: Ansprüche im VW-Abgasskandal verjähren Ende 2017

24. Oktober 2017, 17:50
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Österreichische Vertragshändler von VW, Audi, Skoda und Seat lehnen weiteren Verjährungsverzicht ab

Wien/Wolfsburg – VW-Fahrzeughaltern droht zum Jahreswechsel Ungemach, denn am 31. Dezember endet der Verjährungsverzicht der österreichischen Vertragshändler von VW, Audi, Skoda und Seat. Die Händler hätten es abgelehnt, den bis Ende 2017 befristeten Verjährungsverzicht in Sachen Dieselskandal zu verlängern, teilte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) an Dienstag, mit.

Damit droht laut VKI ab 1. Jänner 2018 die Verjährung von vertraglichen Ansprüchen aus dem VW-Abgasmanipulationsskandal. Um Ansprüche gegen einen VW-Vertragshändler gerichtlich geltend machen zu können, müsse bis spätestens 31. Dezember eine Klage bei Gericht eingebracht sein. Die Verbraucherschützer empfehlen Fahrzeughaltern, die eine Rechtsschutzversicherung haben, einen Anwalt einzuschalten.

Ansprüche gegen Händler verjähren den Angaben zufolge zwei Jahre ab Übergabe des Fahrzeuges (Gewährleistung) bzw. drei Jahre ab Vertragsabschluss (Irrtum). Im September 2015 hatte der Volkswagenkonzern zugegeben, die Ergebnisse der Abgastests bei Dieselmotoren der Marken VW, Audi, Seat und Skoda betreffend Stickstoffausstoß mit einer unzulässigen Motorsteuerungssoftware manipuliert zu haben. Ende 2015 hatte der VKI laut Eigenangaben einen Verjährungsverzicht der meisten Vertragshändler bis 31. Dezember 2017 erzielt. Eine Verlängerung dieses Verzichts sei nun aber von den Händlern abgelehnt worden.

Vom KBA abgesegnet

VW wehrt sich gegen die Kritik. Sämtliche Maßnahmen seien vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) freigegeben worden, es gebe keinerlei Nachteile bei den Dieselmotoren nach den Updates, so VW.

"Vor diesem Hintergrund ist innerhalb unserer Vertriebsorganisation nach derzeitigem Stand auch eine Verlängerung des im Jahr 2015 abgegebenen Verjährungsverzichtes nicht erforderlich", betonte Generalimporteur Porsche Austria.

Weiters hieß es in dem schriftlichen Statement: "Sämtliche technischen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Abgasthematik EA189 sind freigegeben und auch erfolgreich in Umsetzung: Der mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) für alle betroffenen Motor- und Typkonfigurationen vereinbarte Zeit- und Maßnahmenplan sowie der erfolgreiche Abschluss des Freigabeverfahrens durch das KBA zeigt, dass eine technische Überarbeitung aller Fahrzeuge möglich ist. Das KBA hat für alle freigegebenen Modelle bestätigt, dass mit der Umsetzung der Maßnahme hinsichtlich Kraftstoffverbrauch, CO2-Emissionen, Motorleistung und maximales Drehmoment sowie Geräuschemissionen keine Nachteile verbunden sind." (APA, 24.10.2017)

  • Um Ansprüche gegen einen VW-Vertragshändler gerichtlich geltend machen zu können, müsse bis spätestens 31. Dezember eine Klage bei Gericht eingebracht sein.
    foto: greg baker

    Um Ansprüche gegen einen VW-Vertragshändler gerichtlich geltend machen zu können, müsse bis spätestens 31. Dezember eine Klage bei Gericht eingebracht sein.

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