Trappist-1 dürfte innere Planeten mittels Induktion aufheizen

24. Oktober 2017, 07:00
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Kleine Sterne wie Trappist-1 besitzen starke Magnetfelder. Das hat Folgen für ihre Umgebung

Graz/Wien – Das Planetensystem rund um den Stern Trappist-1 gehört zu den im Moment heißesten Kandidaten für Leben außerhalb unseres Sonnensystems. Von den gleich sieben Gesteinsplaneten liegen zumindest drei in der habitablen Zone, obwohl sie den Stern sehr viel enger umkreisen als die Erde die Sonne.

foto: apa/afp/european southern observatory
Das System von Trappist-1: Die mittleren drei Planeten könnten "bewohnbar" sein.

Die "Bewohnbarheit" der drei Planeten ist deshalb gegeben, weil Trappist-1 deutlich kleiner ist als die Sonne, deren Gesamthelligkeit etwa 250.000-mal größer ist. In einem anderen Bereich übertrifft Trappist-1 unsere Sonne klar: Seine Magnetfelder sind rund hundertmal stärker, und das wirkt sich auch auf die ihn umkreisenden Planeten aus, wie Planetenforscher um Kristina Kislyakova vom Institut für Weltraumforschung der ÖAW in Graz errechnet haben.

Auswirkungen auf nahe Planeten

Durch die schnelle Rotation kommt es nämlich auch zu einem sich ständig ändernden Magnetfeld in der Planetenumlaufbahn. Und dadurch wiederum kann innerhalb des Planeten Induktionserwärmung stattfinden. Konkret konnten Kislyakova und ihre Kollegen in ihrer Studie im Fachblatt "Nature Astronomy" zeigen, "dass die Aufheizung bei einigen Planeten stark genug ist, um vulkanische Aktivität oder sogar die Bildung eines Magma-Ozeans unterhalb der Planetenoberfläche hervorzurufen."

Entwicklung eines Magmaozeans durch Induktionserwärmung im Gesteinsmantel von Exoplanet Trappist-1c, dem zweitnächsten Planeten des Sterns.

Wie man von unserer Erde weiß, kann starke vulkanische Aktivität große Auswirkungen auf die Atmosphäre eines Planeten haben. "Induktionserwärmung kann somit die Bewohnbarkeit eines Planeten stark beeinflussen", ergänzt Ko-Autor Luca Fossati. Laut den Forschern sollte daher dieser Effekt bei Diskussionen über die "Habitabilität" von Planeten in der Umlaufbahn massearmer Sterne stärker als bisher berücksichtigt werden. (tasch, 24.10.2017)

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