"Winter der Veränderung ...": Talkzeit des Übergangs im "Zentrum"

23. Oktober 2017, 15:34
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Es braucht offenbar Geduld. Winde des Übergangs wehen Konkretes erst langsam herbei

Bis der Zauber des koalitionären Anfangs über das Land zu wehen beginnt, dauert es. Im Zentrum sind Winde des Übergangs spürbar, Themen wie Steuern und Europa bleiben flüchtig, das Gesichtsverhüllungsgesetz fehlt. Muss also Parlamentsmaskottchen Lesko zittern, polizeilich wieder demaskiert zu werden? Gilt für Burkaträgerinnen Faschingsamnestie? Was, wenn Nikab damen sich als Weihnachtsmänner kleiden? Doppelstrafe?

Zweifelsfälle ohne Ende; bei Claudia Reiterer keimt aber nur punktuell Hoffnung auf. In Hinkunft wolle man "die Veränderung gestalten", legt sich Gernot Blümel (ÖVP) fest. Michael Schickhofer (SPÖ) ist das zwar zu vage, ihn interessiert "Konkretes zu Ihren Steuerplänen". Johann Tschürtz (FPÖ) versucht Trost mit dem Hinweis auf "Toplösungen" zu spenden, die seine Blauen liefern werden. Seine Einschränkung, es "wäre aber nicht seriös, in dieser Runde konkret zu sein", frustrierte Schickhofer aber dann doch wieder. Er konterte mit Konkretheit, forderte "ein Österreich, eine Gesetzgebung! Einfach statt neunfach!"

Auch was "der schwarz-blaue Block will", fragte der Rote mehrmals. Diese Formulierung ließ Schickhofer tatsächlich angriffiger wirken (im oppositionellen Sinne) als etwa Stephanie Cox (Liste Pilz). Sie lobte sympathisch "das Friedensprojekt Europa", während Claudia Gamon (Neos, etwas forscher) versprach, "Kontrolle leben" zu wollen.

Es braucht offenbar Geduld. Winde des Übergangs wehen Konkretes erst langsam herbei. Auch Maskottchen Lesko blieb nur, sich an Reiterers Conclusio zu laben: "Wenn der Winter Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (Ljubiša Tošić, 23.10.2017)

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