Altach rettet Sieg gegen WAC über die Zeit

21. Oktober 2017, 20:39
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Vorarlberger müssen trotz 3:0 noch zittern, Europacupplätze in Reichweite

Altach – Der SCR Altach hat im "Duell der Sieglosen" gegen den WAC zurück in die Erfolgsspur gefunden. Nach vier Runden ohne Dreier setzten sich die Vorarlberger am Samstagabend gegen die Kärntner in einer am Ende dramatischen Partie mit 3:2 (1:0) durch. Die Altacher führten in der 64. Minute schon 3:0, mussten aber noch um den Heimsieg zittern. Altach bleibt damit Siebenter, der WAC Achter.

Altachs Trainer Klaus Schmidt durfte sich an seinem 50. Geburtstag zunächst freuen. Kristijan Dobras (45.) traf per Freistoß fast unmittelbar vor der Pause, dann erhöhten Christian Gebauer (62.) und Hannes Aigner (64.) jeweils per Kopf. Bernd Gschweidl brachte die Wolfsberger mit seinem siebenten Saisontor (66.) aber heran, Daniel Offenbacher verwertete dann in der 90. Minute einen Foul-Elfmeter. Die sechsminütige Nachspielzeit blieb torlos. Der WAC wartet nun bereits sechs Ligaspiele auf das Gefühl des Sieges.

Schwacher Beginn

Die Dramatik der zweiten Spielhälfte war zunächst nicht abzusehen. Die Partie in der Cashpoint Arena ging nach der ersten Spielhälfte nicht gerade als Leckerbissen in die Geschichte ein. Die Teams schenkten einander wenig, gelungene Kombinationen blieben großteils aus. Bei Altach war Dobras der Aktivposten. Der im offensiven Mittelfeld aufgestellte 25-Jährige vergab in der 20. Minute die erste Möglichkeit mit einem Schuss am langen Eck vorbei.

Beim WAC war es der quirlige Issiaka Ouedraogo, der den Altachern am meisten Probleme bereitete. Von Sturmpartner Gschweidl war vorerst wenig zu sehen. Die Altacher versuchten noch vergeblich, über die Flanken Druck zu erzeugen. In der Schlussminute der ersten Spielhälfte fiel das 1:0 dann aus einer Standardsituation. Mario Leitgeb stieß Dobras etwas mehr als 20 Meter vor dem Tor um, der Gefoulte selbst verwertete den Freistoß ins Kreuzeck.

Initialzündung 1:0

Mit dem Tor wurde das Geschehen auf dem Rasen attraktiver. Die Elf von Jubilar Schmidt schaffte nach einer Stunde Spielzeit die vermeintliche Entscheidung. Zweimal führten Flanken von rechts zum gewünschten Ergebnis: Zunächst verwertete Gebauer aus vier Metern völlig alleine gelassen zum 2:0, dann legte Routinier Aigner nach. WAC-Torhüter Raphael Sallinger war beide Male chancenlos.

Aigner durfte danach vom Feld und sah von dort aus den nächsten Treffer. Diesmal war es jedoch der WAC in der Person von Gschweidl, der seinen Gegenspielern nach einem weiten Ball entwischte. Der WAC schöpfte neuen Mut, bei Altach musste Innenverteidiger Benedikt Zech nach einem Zusammenstoß dann leicht benommen vom Feld. Als Offenbacher per Elfer nach einem Vergehen von Valentino Müller weiter verkürzte, lagen die Nerven blank. Der Brechstangenfußball des WAC brachte jedoch nichts mehr ein.

Für beide Teams geht es nun im ÖFB-Cup weiter. Altach gastiert am Mittwoch im Achtelfinale bei Sturm Graz. Der WAC ist beim Landesligisten Wimpassing zu Gast. (APA, 21.10.2017)


SCR Altach – WAC Endstand 3:2 (1:0)
Altach, Cashpoint Arena, 4.563 Zuschauer, SR Heiß

Tore:
1:0 (45.) Dobras
2:0 (62.) Gebauer
3:0 (64.) Aigner
3:1 (66.) Gschweidl
3:2 (90.) Offenbacher (Foul-Elfmeter)

Altach: Kobras – Müller, Zech (77. Janeczek), Netzer, Schreiner – Salomon, Zwischenbrugger – Gebauer, Dobras (84. Piesinger), Honsak – Aigner (65. Ngwat-Mahop)

WAC: Sallinger – Wernitznig, Sollbauer, Rnic (93. Drescher), Palla (46. Frieser) – Flecker, M. Leitgeb, Offenbacher, G. Nutz – Ouedraogo (67. Topcagic), Gschweidl

Gelbe Karte: Sollbauer

Stimmen:

Klaus Schmidt (Trainer Altach): "Dass wir es noch so spannend gemacht haben, ist auf der einen Seite traurig. Der WAC hat dann mit hohen Bällen in Reinkultur gespielt. Wir sind momentan nicht mit Siegen verwöhnt und deswegen nehmen wir es so, wie es ist. Das Geburtstagsgeschenk für mich ist den Spielern heute geglückt."

Heimo Pfeifenberger (Trainer WAC): "Es ist sehr bitter. Ich glaube, am Anfang war das Spiel total okay. Irgendwann ist dann eine Hektik reingekommen. Kurz vor der Halbzeit das Freistoßtor, die Mauer muss da aktiver sein. Wir haben eine tolle Moral bewiesen und einen Elfmeter nicht bekommen. Das tut sehr weh. An der Offensive liegt es nicht, wir müssen defensiv alle konsequenter werden. Heute haben wir alles reingehaut, aber uns selbst wieder um die Arbeit gebracht. Darüber müssen wir nachdenken."

  • Altach gewann das Duell der einstigen Tabellennachbarn.
    foto: apa/dietmar stiplovsek

    Altach gewann das Duell der einstigen Tabellennachbarn.

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