Huh: Historische Pleite für DFB-Frauen gegen Island

    20. Oktober 2017, 18:08
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    Nach zuletzt 26 Siegen in Serie setzte es eine schmerzliche Niederlage in der WM-Quali. Bundestrainerin Jones nach desolater Leistung in der Kritik

    Wiesbaden – Die deutschen Fußballerinnen haben mit einer historischen Pleite einen Tiefpunkt erreicht. Die Auswahl von Bundestrainerin Steffi Jones unterlag nach einer desolaten Vorstellung Island mit 2:3 (1:1) und kassierte nach zuletzt 26 Siegen in Serie eine Niederlage in der WM-Qualifikation.

    Isländerinnen an der Tabellenspitze

    Katastrophale Fehler hinten, harmlos nach vorne – nach dem EM-Debakel erhalten die Diskussionen um Jones nun neue Nahrung. Die punktgleichen Isländerinnen (6) verdrängten mit ihrem ersten Sieg über Deutschland überhaupt das DFB-Team von der Tabellenspitze der Gruppe 5.

    Nur die sieben Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die WM in zwei Jahren. Die vier besten Gruppenzweiten müssen in eine Play-off-Runde. Das nächste Spiel steht für die DFB-Auswahl am Dienstag (16.10 Uhr/ARD) in Großaspach gegen die Färöer an.

    Rückkehrerin Alexandra Popp (42.) erzielte in Wiesbaden den zwischenzeitlichen Ausgleich für den Gastgeber. Doppeltorschützin Dagny Brynjarsdottir (15./58.) und Elin Metta Jensen (47.) sorgten für die Sensation. Beim isländischen Führungstreffer sah die überraschend von Bundestrainerin Steffi Jones aufgestellte Torhüterin Laura Benkarth schlecht aus. Bei ihrem Länderspieldebüt erzielte Lea Schüller das 2:3 (88.).

    Benkrath hatte als Belohnung für ihre tadellosen Leistungen als Schult-Ersatz bei den beiden Qualifikationssiegen gegen Slowenien (6:0) und in Tschechien (1:0) sowie in der Bundesliga den Vorzug vor der etatmäßigen Nummer eins Almuth Schult erhalten. In ihrem achten Länderspiel machte die 25-Jährige aber einen überwiegend unsicheren Eindruck.

    Mutige Gäste

    Vor 4292 Zuschauern ließ sich die deutsche Mannschaft von der robusten Gangart der mutig aufspielenden Isländerinnen schwer beeindrucken. In der deutschen Offensive fehlte es ohne einige verletzte Stammkräfte um Kapitänin Dzsenifer Marozsan an Struktur und zündenden Ideen.

    Vor der Partie war Anja Mittag offiziell verabschiedet worden. Die Angreiferin war nach der EM und 158 Länderspielen (50 Tore) aus dem Nationalteam zurückgetreten. (sid, 20.10.2017)

    • Klarer Fall von ausgerutscht.
      foto: imago/jan huebner

      Klarer Fall von ausgerutscht.

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