Mob in Malawi tötete acht vermeintliche "Blutsauger"

20. Oktober 2017, 12:02
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Aberglaube weit verbreitet – Vereinte Nationen zogen Personal ab

Lilongwe – Aufgebrachte Menschenmengen haben im Süden Malawis innerhalb weniger Wochen bereits acht Menschen getötet, weil sie diese für "Blutsauger" hielten. Das jüngste Opfer war am Donnerstag ein offenbar an Epilepsie leidender Mann, der in der Stadt Blantyre verprügelt und angezündet wurde, wie Polizeisprecher Ramsey Mushani sagte. Seit Ende September seien bereits 31 Menschen festgenommen worden.

Die Opfer wurden verdächtigt, Dorfbewohnern Blut für schwarze Magie oder andere Rituale gestohlen zu haben. Bisher gab es jedoch nach Angaben der US-Botschaft in Malawi keinerlei Hinweise, dass die landläufig als "Blutsauger" bezeichneten Opfer tatsächlich Blut gestohlen hätten. Aberglaube ist in dem Land im südlichen Afrika mit 17 Millionen Einwohnern weiter sehr verbreitet. Fast 40 Prozent der Menschen sind Analphabeten.

UN-Personal abgezogen

Die Vereinten Nationen haben wegen der Vorfälle Personal aus der Region abgezogen. Bewohner verdächtigten jeden Auswärtigen, ein Blutsauger zu sein, hieß es. Die US-Botschaft verbot ihrem Personal in die betroffenen Gebiete zu reisen, und warnte auch Urlauber vor unnötigen Reisen dorthin. (APA, 20.10.2017)

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