Medienbehörde prüft gemeinsames Wahl-TV von ATV und Puls 4

    19. Oktober 2017, 14:20
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    Wegen möglichen Verstoßes gegen Auflagen für ATV-Übernahme – Medienbehörde: "Gehen derzeit nicht davon aus, dass das alles beanstandungsfrei abgelaufen ist"

    Wien – Die Medienbehörde prüft nun die Kooperation der Privatsender Puls 4, ATV, Servus TV und Schau TV am vergangenen Wahlsonntag, und zwar im Hinblick auf eine mögliche Verletzung der Auflagen für die Übernahme von ATV im Frühling. Es bestehe ein "Anfangsverdacht", sagte der Sprecher der KommAustria am Donnerstag. Die Prüfung werde allerdings "umfänglich" und daher eine Zeit dauern.

    "Derzeit gehen wir nicht davon aus, dass das alles beanstandungsfrei abgelaufen ist", so der Sprecher. "Wir gehen da sehr in die tiefere Prüfung. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Wir sind, wenn Sie so wollen, in der Beweisaufnahme." Dann gelte es auch, sich mit den anderen Amtsparteien im Verfahren – der Bundeswettbewerbsbehörde und dem Kartellanwalt – abzustimmen. Eine drohende Konsequenz wäre, dass der Kartellanwalt ein Verfahren einleitet, heißt in der Medienbehörde. Im Vorfeld gingen Bundeswettbewerbsbehörde und Kartellanwalt nicht davon aus, dass ATV und Puls 4 gegen die Auflagen verstoßen, die Medienbehörde zeigt sich – wie berichtet – weit skeptischer.

    Der Hintergrund: Mit der Übernahme von ATV durch ProSiebenSat.1Puls 4 im Frühling waren Auflagen verbunden. Eine schreibt vor, dass die beiden Sender weiterhin eigenständige Nachrichten haben müssen. Dass man mit der gemeinsamen Wahlberichterstattung dagegen verstoßen habe, hat die Sendergruppe wiederholt zurückgewiesen. (APA, red, 19.10.2017)

    • Die Privatsender Puls 4, ATV, Servus TV und Schau TV berichteten am Sonntag gemeinsam über die Wahl.
      foto: standard/cremer

      Die Privatsender Puls 4, ATV, Servus TV und Schau TV berichteten am Sonntag gemeinsam über die Wahl.

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