Samsung bringt Linux-Support für seinen Smartphone-Desktop

    19. Oktober 2017, 09:48
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    Assistent Bixby offener und in neuer Version – Kooperation mit Google für Augmented-Reality-Support

    Unter dem Namen DeX bietet Samsung ein Accessoire für seine aktuellen Top-Smartphones an, das die mobilen Geräte zum Desktop-Ersatz mutieren lässt. Im Rahmen seiner Entwicklerkonferenz hat das Unternehmen am Mittwoch nun eine überraschende Neuerung für diese Betriebsart angekündigt, die sich "Linux on Galaxy" nennt.

    Linux am Desktop am Smartphone

    In Zukunft sollen im Desktop-Modus auch klassische Linux-Programme genutzt werden, verspricht der Smartphone-Hersteller. Möglich wird dies über eine spezielle App, auf deren Basis dann jede beliebige Linux-Distribution eingerichtet werden kann, heißt es in einer Aussendung. Samsung sieht hier vor allem Entwickler als Zielgruppe, die so das Smartphone als Plattform nutzen können, um unterwegs zu arbeiten.

    Zur konkreten technischen Implementation verrät Samsung bisher nur wenige Details. Klar ist nur, dass die Linux-Umgebung direkt jenen Kernel nutzen soll, der bereits auf dem Smartphone installiert ist, womit man natürlich auch gleich all die notwendigen Treiber erhält. Ansonsten lässt die Ankündigung noch viel Interpretationsspielraum übrig, etwa ob das ganze ein kompletter, alternativer Desktop wird oder eher eine Minimallösung wie das Linux Subsystem für Windows. Der einzige bisher verfügbare Screenshot legt aber nahe, dass hier Linux-Anwendungen in der gewohnten DeX-Umgebung (auf Android-Basis) laufen.

    Wer an "Linux on Galaxy" kann sich jedenfalls für die Testphase voranmelden, bis alle User diese Neuerung bekommen, wird es also wohl noch einige Zeit dauern.

    Bixby 2.0

    Parallel dazu hat Samsung auch Neuerungen für seinen digitalen Assistenten Bixby angekündigt: In der nun vorgestellten Version 2.0 soll dieser nicht nur mit einer besseren Spracherkennung und -ausgabe aufwarten, der Hersteller öffnet seinen Assistenten auch für Dritthersteller. Damit können diese dann Bixby in ihre eigenen Produkte integrieren – so sie das denn wollen.

    Der erste große Abnehmer dieses Angebots ist natürlich Samsung selbst: Bixby soll also schon bald in den Fernsehern aber auch Kühlschränken oder Lautsprechern des Unternehmens zu finden zu sein. Ähnlich wie Alexa oder Google Assistant hofft man zudem darauf, dass Bixby zur Zentrale des smarten Zuhauses wird, also dann alle möglichen Geräte anderer Hersteller steuern kann. Auch dafür legt das Unternehmen nun diverse Schnittstellen offen.

    Ob all das dabei hilft Bixby populärer zu machen, gilt es abzuwarten. In den letzten Monaten musste sich Samsung in dieser Hinsicht allerlei Kritik gefallen lassen, Tester fanden kaum freundliche Worte für den Assistenten. Zudem gab es einige Diskussionen dazu, dass Samsung für dieses einen eigenen Button auf seinen Smartphones untergebracht hat.

    ARCore

    Die dritte große Ankündigung von Samsung dreht sich um den Bereich Augmented Reality: Samsung will Googles ARCore auf seine Smartphones bringen – und zwar auch auf bestehende Geräte wie S8 oder Note 8. Bei ARCore handelt es sich um das Pendant zu Apples ARKit auf dessen Basis Augmented-Reality-Anwendungen erstellt werden können. (Andreas Proschofsky, 19.10.2017)

    • Künftig können auch Linux-Anwendungen am Android-Desktop von Samsung ausgeführt werden.

      Künftig können auch Linux-Anwendungen am Android-Desktop von Samsung ausgeführt werden.

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