Grippeimpfung könnte Chance auf gesunde Schwangerschaft erhöhen

    18. Oktober 2017, 11:19
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    Grippeimpfungen reduzieren die Abortrate, sowie die Wahrscheinlichkeit von Frühgeburten. In Studien wird nun die Auswirkung bereits während einer IVF-Behandlung getestet

    Bereits in der Vergangenheit haben Studien gezeigt, dass sich ein Grippeimpfung während einer Schwangerschaft positiv auf deren Verlauf auswirkt, etwa in punkto Abortrate und Frühgeburten. Die Frühgeburtenrate sank etwa um 41 Prozent bei Frauen die sich gegen den Virus impften.

    Zusätzlich wurde bewiesen, dass die Influenzaimpfung auch mehrere Monate nach der Geburt Mutter und Kind vor einer Grippe schütze. "Die Studienergebnisse zeigen, dass ein aufrechter Grippeschutz während der Schwangerschaft wichtig ist, dies gilt auch für Kinderwunschpaare vor einer IVF-Behandlung", sagt Andreas Obruca, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz.

    Das Zentrum für menschliche Fortpflanzung in New York führt aktuell Studien durch, in denen untersucht wird, ob Frauen die sich in einer IVF-Behandlung befinden, mithilfe von Grippeimpfungen eher schwanger werden und weniger Fehlgeburten erleiden. Dazu erhalten die Probandinnen die Grippeimpfung beziehungsweise eine Placebo-Injektion zehn Tage bevor sie einen IVF-Zyklus beginnen. Anschließend wird evaluiert, ob bei mehr Frauen, die mit dem inaktiven Grippevirus geimpft wurden, eine erfolgreiche Einnistung erzielt werden konnte, als bei jenen ohne Wirkstoff.

    Chancen erhöhen

    In den laufenden Studien lautet die Hypothese, dass die Chance auf eine erfolgreiche IVF-Behandlung erhöht wird, indem das Immunsystem der Frau stimuliert und der Embryo eher akzeptiert wird. "Dieser Vorgang wird als immunologische Toleranz bezeichnet", erklärt Obruca. "Diese Toleranz bedeutet jedoch nicht das Immunsystem auszuschalten. Ganz im Gegenteil, es wird gestärkt, allerdings richten sich die körpereigenen Antikörper dabei nicht gegen den Embryo."

    Daraus resultierend solle eine erhöhte Erfolgsquote bei IVF-Behandlungen sowie eine reduzierte Fehlgeburtenrate erreicht werden. "Diese Versuche könnten eine einfache und sichere Option für Frauen sein, die ihre Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern wollen", so Obruca.

    Während der Schwangerschaft kommt es zu Veränderungen des Immunsystems, des Herzens und der Lunge. Diese führen dazu, dass schwangere Frauen anfälliger für Grippeerkrankungen sind als Nicht-Schwangere. "Um sowohl Mütter, als auch Säuglinge bestmöglich davor zu schützen, empfehlen wir Frauen sich bereits vor einer Schwangerschaft impfen zu lassen", so der Mediziner. (red, 18.10.2017)

    • Schwangere Frauen sind anfälliger für Grippeerkrankungen sind als Nicht-Schwangere.
      foto: apa/dpa/unbekannt

      Schwangere Frauen sind anfälliger für Grippeerkrankungen sind als Nicht-Schwangere.

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