"South Park: The Fractured But Whole" im Test: Vom Darmwind verweht

    Rezension mit Video24. Oktober 2017, 10:00
    86 Postings

    Gelungene Fortsetzung, aber nur für Fans der Serie geeignet

    Seit mittlerweile 20 Jahren nimmt die Cartoon-Serie "South Park" die Gesellschaft aufs Korn und polarisiert mit einem derben, tiefschwarzen Humor. Matt Stone und Trey Parker, die Macher dahinter, sind nicht nur Universaltalente, sondern auch begeisterte Gamer. Somit war abzusehen, dass es auch einmal eine spielerische Umsetzung der Serie geben wird. Mit "South Park: The Stick of Truth" gelang ein guter Einstieg, nun gibt es mit "South Park: The Fractured But Whole" einen direkten Nachfolger.

    Statt Fantasy nun Superhelden

    Die Story des Spiels fängt dort an, wo sie im ersten Teil endete. Die Kinder von South Park bekämpfen sich im Fantasy-Kostüm, bis beschlossen wird, dass das Genre nicht mehr cool genug ist und man stattdessen lieber Superhelden spielt. Von den etlichen Comic-Adaptionen beflügelt, wollen Cartman, Stan, Kenny, Kyle & Co ein Franchise ins Leben rufen und dieses dann für viel Geld an Netflix verkaufen. Das nötige Startkapital soll durch das Finden einer entlaufenen Katze aufgetrieben werden.

    wirspielen
    Ein Pflichtspiel für Fans? Daniel und Zsolt sprechen über "South Park: The Fractured But Whole".

    Gemeinsam gegen South Parks Gefahren

    Man selbst ist wieder einmal das neue Kind in der Stadt, das aus unterschiedlichen Superkräften auswählen kann. Wie bei Rollenspielen üblich, verbessert man sukzessive seinen Charakter und kann auch mit Gegenständen zusätzliches Potenzial entfalten. Gemeinsam mit befreundeten Superhelden bekämpft man die Gefahren South Parks: das gegnerische Superhelden-Team, betrunkene Rednecks, Sechstklässler in der Pubertät und wollüstige Priester. Wie auch schon beim Vorgänger, wird der Kampf rundenbasiert ausgetragen, man kann sich nun allerdings am Schlachtfeld bewegen und Gegner etwa gegeneinanderprallen lassen – insgesamt sind Fights somit fordernder.

    Jede Toilette muss bezwungen werden

    Die Kämpfe nehmen circa ein Drittel des Spiels ein. Anfangs belustigen die unterschiedlichen Fähigkeiten und Super-Attacken noch – nach und nach wirken die Fights aber etwas repetitiv. Unterschiedliche Waffen stehen nicht zur Verfügung, stattdessen können bis zu acht Artefakte ausgerüstet werden, die Einfluss auf die Spielfigur haben. Es gibt in der Welt von "South Park: The Fractured But Whole" aber auch andere Dinge zu erledigen, etwa jede Toilette mit dem eigenen Stuhlgang zu beglücken oder kleinere Minispiele zu erledigen, in denen etliche Charaktere aus 20 Jahren "South Park" ihren Platz finden. Crafting und Sammelaufgaben wurden zudem implementiert, diese sind allerdings etwas öd.

    Viel Fäkalhumor und Gesellschaftskritik

    Die Story von "South Park: The Fractured But Whole" ist aber insgesamt sehr gelungen – solange man auch mit der filmischen Vorlage etwas anfangen kann. Wer die Serie kaum schaut, wird wohl auch nicht so viel Spaß mit dem Spiel haben, da überall Details aufwarten, die nur regelmäßige Zuschauer kennen und verstehen. Neben dem üblichen Fäkalhumor findet sich aber durchaus größere Gesellschaftskritik in dem Game wieder – der auswählbare Schwierigkeitsgrad verändert etwa die Hautfarbe des Charakters und dadurch auch, wie viele Leute mit einem reden. Die Gender- und Political-Correctness-Debatte wird ebenso abgehandelt, der Charakter kann etwa mehrere Male während des Spiels das Geschlecht wechseln.

    Ohne Zensur und mit deutscher Übersetzung

    Im Vergleich zum Vorgänger gibt es bei "South Park: The Fractured But Whole" eine komplette deutsche Übersetzung inklusive vollwertiger Synchronisation. Allerdings gehen dadurch auch einige Scherze verloren – empfehlenswert ist es also, die englische Originalfassung zu spielen, bei der die Macher den Charakteren ihre Stimme verleihen. Ulkig ist auch der Soundtrack, der von Matt Stone und Trey Parker zum Teil selbst eingesungen wurde. Die Spielzeit ist um etwa fünf auf circa 20 Stunden angewachsen. Die Story ist zuletzt originalbelassen, da nicht wie beim Vorgänger aus der Konsolenversion NS-Symbole entfernt wurden.

    ubisoft us
    Trailer zu "South Park: The Fractured But Whole".

    Fazit

    "South Park: The Fractured But Whole" ist ein mittelmäßiges Rollenspiel mit geringer Spieltiefe, aber sehr viel Witz – und somit eine gelungene Fortsetzung des ersten Teils geworden. Das verbesserte Kampfsystem ist gelungen, manche Elemente wie Crafting und etwaige Sammelaufgaben gefallen weniger. Für Fans der Serie ist das Spiel Pflicht, wer mit dem schrägen Humor nichts anfangen kann, wird aber ohnehin einen weiten Bogen um das Game machen. (Daniel Koller, 24.10.2017)

    "South Park: The Fractured But Whole" ist ab 16 Jahren für Windows, Playstation 4 und Xbox One erschienen. UVP: ab 49.99 Euro.

    • Artikelbild
      bild: hersteller
    • Artikelbild
      ubisoft
    • Artikelbild
      ubisoft
    • Artikelbild
      ubisoft
    • Artikelbild
      ubisoft
    • Artikelbild
      ubisoft
    • Artikelbild
      ubisoft
    • Artikelbild
      ubisoft
    • Artikelbild
      ubisoft
    • Artikelbild
      ubisoft
    • Artikelbild
      ubisoft
    • Artikelbild
      ubisoft
    Share if you care.