RAF-"Tatort" mit Lannert und Bootz aus Stuttgart: Top oder Flop?

    Ansichtssache15. Oktober 2017, 19:11
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    40 Jahre liegen der Deutsche Herbst und die Todesnacht von Stammheim zurück. Wie hat Ihnen diese Folge gefallen?

    Wegen der Berichterstattung zur Nationalratswahl war der neue "Tatort" aus Stuttgart am Sonntag nicht im ORF zu sehen, die Folge "Der rote Schatten" läuft nur im Ersten. Worum geht es? 40 Jahre liegen der Deutsche Herbst und die Todesnacht von Stammheim zurück. Die Folgen dieser traumatischen Zeit beeinflussen den aktuellen Fall der Kommissare Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare).

    Marianne Heider kam angeblich bei einem Badewannenunfall ums Leben. Ihr Exmann Christoph glaubt jedoch, dass sie von ihrem aktuellen Lebensgefährten Wilhelm Jordan ermordet wurde. Die Staatsanwaltschaft Marianne Heiders Tod als Unfall zu den Akten gelegt. Aber Thorsten Lannert und Sebastian Bootz finden Heiders Darstellung glaubwürdig genug, um der Sache nachzugehen. Dabei stellen sie fest, dass Wilhelm Jordan in den 70er Jahren als V-Mann für den Verfassungsschutz gegen die RAF eingesetzt war.

    foto: swr

    "Im gesamten Film sind immer wieder sehenswerte Originalaufnahmen von anno dazumal eingewoben. Und wann sonst bekommt man einen Tatort zu sehen, in dem der deutsche Ex-Innenminister Otto Schily und Theatermacher Klaus Peymann auch dabei sind?" schreibt Birgit Baumann TV-Tagebuch des STANDARD.

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    "Alle wissen hier alles, jeder profitiert von jedem, außer Lannert und Bootz, die immer wieder in ihren Untersuchungen blockiert werden. Ihre bittere, verdutzt ausgestoßene Vermutung: "Der Staat vertuscht einen Mord, um drei RAF-Mitglieder im Rentenalter zu schützen!", so Christian Buß im "Spiegel". "Der Kampf geht also weiter, irgendwie. In "Rote Schatten" sogar durch Hilfe des Verfassungsschutzes; das ist die grausame Ironie dieses furios überreizten, aber eben aufgrund der lückenhaften Faktenlage nicht unplausiblen Thrillers. Deutschland, unversöhnt. Fortsetzung folgt."

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    "Das Drehbuch mag einige allzu abrupte Wendungen und Zufälle enthalten, aber es ist sicherlich ein Verdienst, entgegen einer bis heute verbreiteten Verklärung des bewaffneten Kampfs der Linken ein ungeschöntes Porträt seiner hässlichen Fratze abzuliefern: Nichts, aber auch gar nichts ist hier glorios am roten Terror, sondern alles schmutzig, korrupt und ausweglos", heißt es bei Oliver Jungen in der FAZ. "Die Staatsmacht, das ist die Hauptthese des Films, hat sich in diesen Schmutz zumindest hineinziehen lassen und so einen Teil ihrer demokratischen Legitimierung aufs Spiel gesetzt. Es lohnt, darüber nachzudenken, schließlich befindet sich der Staat im nächsten Anti-Terror-Kampf.

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