Sturm verteidigt mit 3:0 über Austria Tabellenführung

15. Oktober 2017, 18:37
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Grazer weiter einen Punkt vor Salzburg – Alar verschoss Elfer und traf danach im Doppelpack – Kadiri traf ins eigene Tor, Pires sah Rot

Graz – Im abschließenden Schlager der elften Bundesliga-Runde hat Sturm Graz mit einem 3:0-(2:0)-Heimsieg über die Austria die Tabellenführung souverän verteidigt. Deni Alar machte dabei mit einem Doppelpack (27., 56.) einen vergebenen Elfer (21.) vergessen, Austria-Innenverteidiger Mohammed Kadiri schoss das dritte Tor der Grazer (30.), die weiterhin einen Punkt vor Meister Salzburg liegen.

Ende von Austrias Serie

Die Austria ging vor 11.345 Zuschauern im Duell der potenziellen ÖFB-Teamchefs Franco Foda und Thorsten Fink hingegen regelrecht unter, Felipe Pires sah in der Nachspielzeit für ein Foul sogar noch Rot. Nach acht Partien ohne Niederlage endete die Serie des Vizemeisters, der nun sieben Punkte hinter Sturm und einen hinter Rapid Vierter ist. Die Generalprobe für das Europa-League-Heimspiel gegen HNK Rijeka am Donnerstag misslang also gründlich.

Sturm versuchte von Beginn an, das Heft an sich zu reißen, hatte dabei zwar vorerst keine gefährlichen Szenen. Der ständige Druck gipfelte in der 18. Minute aber in einem Elfer, weil Raphael Holzhauser im Strafraum Marvin Potzmann ungeschickt gefoult hatte. Doch Deni Alar verjuxte die Riesenchance auf das 1:0, setzte den Ball knapp über die Latte (21.). Wenig später machte es der 27-Jährige dann besser. Der unbedrängte Potzmann schickte die Solospitze aus dem Mittelfeld mit einem präzisen Pass auf die Reise, Goalie Patrick Pentz war beim Flachschuss ins lange Eck chancenlos.

Und es kam noch schlimmer für die Gäste. Der unbedrängte Kadiri, der schon beim Potzmann-Zuspiel drei Minuten zuvor nicht gut ausgesehen hatte, lenkte nach einem Eckball Peter Zuljs das Spielgerät aus Kurzdistanz unglücklich ins eigene Tor. Es rächte sich wohl auch die prekäre Situation in der Innenverteidigung, wo Fink mit Heiko Westermann, Ruan und Alexander Borkovic ein verletztes Trio vorgeben musste. Die 2:0-Führung der Hausherren, die mit dynamischem Spiel samt Tempoläufen auf den Seiten und präzisen Wechselpässen glänzten, war freilich verdient. Die sichtlich geschockte Austria kam bis zur Halbzeit nicht mehr in Fahrt. Sturm hingegen hätte kurz vor Abpfiff sogar fast auf 3:0 erhöht, da aber rettete Kadiri in letzter Sekunde vor Alar.

Treffer sieben und acht für Alar

Die Austria, die nach einer nicht geahndeten Notbremse von Dominik Prokop (34.) eigentlich froh sein musste, nicht in Unterzahl aus der Kabine zu kommen, konnte bei einem behäbigen Auftritt auch in den zweiten 45 Minuten keine Akzente setzen. Sturm spielte unbeirrt weiter und machte bald alles klar. Philipp Huspek fing einen schlechten Querpass von Tarkan Serbest ab und legte auf den freien Alar, der das 3:0 (56.) für die Grazer fixierte. In der Torschützenliste hält Alar bei acht Treffern und liegt damit nur einen hinter Leader Munas Dabbur von Salzburg.

Das große Aufbäumen in Violett blieb aus. Ein Distanzschuss Holzhausers an die Latte (68.) sollte der einzig nennenswerte Versuch der Gäste in 90 Minuten bleiben. In der ersten Minute der Nachspielzeit sah dann noch Pires für ein zwar nicht absichtlich hartes, aber letztlich höchst gefährliches Hineinrutschen in Philipp Zulechner Rot (91.). (APA, 15.10.2017)

Bundesliga, 11. Runde, Sonntag

Sturm Graz – Austria Wien 3:0 (2:0)
Merkur-Arena, 11.350 Zuschauer, SR Hameter

Torfolge:
1:0 (27.) Alar
2:0 (30.) Kadiri (Eigentor)
3:0 (56.) Alar

Sturm: Siebenhandl – Koch, Maresic, Schulz, Lykogiannis – Jeggo – Huspek (90. Filip), Potzmann, Zulj (87. Lovric), Hierländer, Alar (73. Zulechner)

Austria: Pentz – Klein, Kadiri, Serbest, Martschinko (20. Salamon) – Holzhauser – Tajouri (75. Friesenbichler), Prokop (60. De Paula), Alhassan, Pires – Monschein

Gelbe Karten: Zulj, Hierländer bzw. Holzhauser, Prokop, Monschein

Rote Karte: Pires (90., Foulspiel)

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Wir waren von Beginn an sehr giftig, haben nach Balleroberungen sehr gut nach vorne gespielt. Austria ist normalerweise im Umschaltspiel sehr gefährlich. Wir haben aber defensiv eine sehr gute Arbeit geleistet und die Räume schnell zugemacht. Wir müssen aber auch nächstes Wochenende gegen Mattersburg alles abrufen. In der letzten halben Stunde haben wir die Konter nicht gut zu Ende gespielt."

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Sturm war in allen Belangen überlegen. Wir hatten ein sehr schlechtes Zweikampfverhalten und haben uns auskontern lassen. Auch vom Spielerischen her lief nichts zusammen. Die Mannschaft wird sich von mir einiges anhören müssen. Von der Einstellung her muss ich ihr heute Lethargie vorwerfen. Sturm ist zu Recht Tabellenerster. Wir werden morgen eine Videoanalyse betreiben, müssen uns aber schnell auf die nächsten Spiele konzentrieren. Am Donnerstag wartet ja bereits Rijeka, ich muss die Mannschaft aufbauen, ihnen Vertrauen dafür geben. Die bitterste Nachricht von heute ist aber, dass Martschinko wahrscheinlich eine Kreuzbandverletzung erlitten hat."

  • Zunächst scheiterte Deni Alar vom Punkt, dann aber sollte er noch zweimal netzen.
    foto: apa/erwin scheriau

    Zunächst scheiterte Deni Alar vom Punkt, dann aber sollte er noch zweimal netzen.

  • Stimmung in der Merkur-Arena.
    foto: apa/erwin scheriau

    Stimmung in der Merkur-Arena.

  • Feierlicher Abschied.
    foto: apa/erwin scheriau

    Feierlicher Abschied.

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