US-Repräsentantenhaus bewilligt Hilfe für Puerto Rico

13. Oktober 2017, 06:16
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Trump hatte zuvor mit Kürzungen gedroht – Senat muss noch zu stimmen – Sturmschäden und wirtschaftliche Probleme im US-Außengebiet

San Juan – Das US-Repräsentantenhaus hat am Donnerstag Katastrophenhilfen im Umfang von 36,5 Milliarden Dollar für die von den jüngsten Wirbelstürmen besonders stark getroffenen Gebiete bewilligt. Mit 353 zu 69 Stimmen gab die von den Republikanern dominierte Kammer die Gelder frei, von denen auch Puerto Rico profitieren wird. Es wird damit gerechnet, dass der Senat in den kommenden Wochen nachzieht.

Trotz der noch immer katastrophalen Lage in Puerto Rico hatte US-Präsident Donald Trump bereits mit dem Abzug der Hilfskräfte gedroht. "Wir können (den Katastrophenschutz) Fema, das Militär und die Rettungskräfte, die unter schwierigen Umständen großartige Arbeit geleistet haben, nicht für immer in Puerto Rico lassen", schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter.

In einer weiteren Nachricht machte er die Bewohner des US-Außengebiets selbst für ihre missliche Lage verantwortlich. "Puerto Rico hat Wirbelstürme überlebt, jetzt zieht eine Finanzkrise herauf, die größtenteils selbstverschuldet ist", zitierte er die TV-Journalistin Sharyl Attkisson. "Stromversorgung und Infrastruktur waren bereits vor den Stürmen ein Desaster. Der Kongress muss entscheiden, wie viel er bezahlen will."

Viele weiterhin ohne Strom

Hurrikan Maria hatte Puerto Rico vor drei Wochen getroffen und weite Teile der Karibikinsel zerstört. Viele Menschen sind noch immer ohne Strom und fließendes Wasser. Die Schäden werden auf etwa 95 Milliarden Dollar (80 Milliarden Euro) geschätzt – das entspricht 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Trump war für sein Krisenmanagement immer wieder kritisiert worden. Bei einem Besuch in Puerto Rico relativierte er die Zahl der Toten und erinnerte die Puerto Ricaner an ihre Schulden. Die Hilfe für das US-Außengebiet lief nur langsam an und erreichte noch immer nicht alle Betroffenen.

Tatsächlich steckte die Insel bereits vor dem Sturm in wirtschaftlichen Problemen. Die Schuldenlast liegt bei über 70 Milliarden US-Dollar, hinzu kommen ungedeckte Pensionsansprüche. Washington hat die Insel bereits unter Finanzaufsicht gestellt. In einer Art Konkursverfahren sollen die Verbindlichkeiten nun restrukturiert werden. (APA, 13.10.2017)

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