Analyse: Wer wen gewählt hat

Infografik15. Oktober 2017, 20:32
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Alter, Bildung, Beruf: Die Wahltagsbefragung zeigt, welche Bevölkerungsgruppen Sebastian Kurz zum Sieg verholfen haben

31,7 Prozent für die ÖVP, 26,9 Prozent für die SPÖ, 26 Prozent für die FPÖ – das sind die Stimmenanteile der drei stärksten Parteien bei der Nationalratswahl gemäß Sora-Hochrechnung um 20.15 Uhr. Hinter diesem Wahlerfolg der Kurz-ÖVP steht keine einzelne Bevölkerungsgruppe. Vielmehr ist es ein starkes Abschneiden in jeder Generation.

Grüne, Neos und die Liste Pilz sind in dieser Analyse ausgeklammert, wenn die Schwankungsbreite den angegebenen Stimmenanteil in der Untergruppe überschreitet.

Auch bei Frauen hat die Volkspartei ein starkes Ergebnis erzielt. Mit einem Stimmenanteil von 30 Prozent hat die Partei hier ihr bestes Ergebnis seit 2006 erreicht. Das größere Angebot an Parteien hat den Großparteien in den vergangenen 30 Jahren viele Stimmenanteile gekostet – vor allem die ÖVP, weil Frauen traditionell eher progressiven als konservativen Parteien ihre Stimme geben.

Ingesamt schneiden Parteien links der Mitte bei Frauen besser ab als bei Männern. FPÖ und ÖVP kommen zusammen auf einen Stimmenanteil von 52 Prozent.

FPÖ bei Akademikern auf letztem Platz

Nach formaler Bildung hat die Volkspartei bei Personen mit Matura und abgeschlossener mittlerer Schule (zum Beispiel Handelsschule) den höchsten Stimmenanteil. Bei Personen mit Pflichtschulabschluss liegen die Sozialdemokraten gleichauf mit den Freiheitlichen. Wähler mit Lehrabschluss tendieren klar zur FPÖ. Die Grünen, die nach aktueller Hochrechnung den Einzug ins Parlament nicht schaffen werden, erzielten ihr bestes Ergebnis bei Akademikern. Dort sind die Freiheitlichen auf dem letzten Platz.

Grüne, Neos und die Liste Pilz sind in dieser Analyse ausgeklammert, wenn die Schwankungsbreite den angegebenen Stimmenanteil in der Untergruppe überschreitet.

Die Sozialdemokraten haben bei Arbeitern die Vorherrschaft an die Freiheitlichen verloren. Fast sechs von zehn Arbeiter haben am Sonntag für die FPÖ gestimmt. Demnach hat die FPÖ die Stimmung in dieser Gruppe am besten für sich nutzen können. Acht von zehn sind mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden, wie aus einer ersten Sora-Analyse hervorgeht. Bei Pensionisten haben die Großparteien traditionell gut abgeschnitten.

Grüne, Neos und die Liste Pilz sind in dieser Analyse ausgeklammert, wenn die Schwankungsbreite den angegebenen Stimmenanteil in der Untergruppe überschreitet.

(gart, 15.10.2017)

Über die Methodik der Wahltagsbefragung

Sora/ISA führte die Wahltagsbefragung im Auftrag des ORF durch. Sie erfolgt unmittelbar vor der Wahl im Zeitraum von Mittwochnachmittag bis Sonntagmittag. Es wird eine Zufallsstichprobe gezogen und soziodemografisch gewichtet, um die wahlberechtigte Bevölkerung repräsentativ abzubilden. Die endgültige Gewichtung erfolgt mit der Hochrechnung am Wahltag, um dem Endergebnis so nahe wie möglich zu kommen.


Grundgesamtheit: Wahlberechtigte zur Nationalratswahl 2017
Stichprobe
: n=1.219, nach Gemeindegröße vorab geschichtete Zufallsauswahl
Schwankungsbreite
: für n=1.219 maximal +/-2,8% – bei der Auswertung von Untergruppen sind die Schwankungsbreiten größer: für z. B. 150 Personen maximal +/- 8%
Gewichtung der Daten:
soziodemografisch (Geschlecht, Alter, Bildung, Erwerb)
Befragungsmethode:
telefonische Interviews (CATI)
Durchführung der Interviews:
IPR Umfrageforschung Dr. Richard Költringer

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