WLAN-Ortung: Mesh-Router können sogar Atem der Nutzer erfassen

    10. Oktober 2017, 12:45
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    WLAN-Netze aus mehreren Geräten erlauben recht genauen Einblick in das Innenleben einer Wohnung

    Wer Probleme mit der WLAN-Abdeckung im eigenen Heim hat, dem dienen sich in den letzten Jahren immer mehr Hersteller mit Mesh-Systemen an. Dabei spannen mehrere Router ein Funknetz über die gesamte Wohnung, was dafür sorgen soll, dass auch noch das letzte Eck mit flottem Internet versorgt wird. Doch solche System lassen sich auch noch für andere Zwecke nutzen, wie nun die Firma Origin Wireless demonstriert.

    Mesh-Netzwerke könnten auch als Sicherheitssystem dienen, da sie theoretisch jede noch so kleine Bewegung feststellen könnten, betont das Unternehmen gegenüber Engadget. Selbst das Atmen einer Person lasse sich auf diesem Weg erfassen.

    Messung

    Origin Wireless bedient sich dabei eines an sich simplen Konzepts: Elektromagnetische Wellen, wie sie ein Router aussendet, werden leicht reflektiert, dies erlaubt Messungen, um selbst vergleichsweise kleine Bewegungen realisieren. Das Unternehmen setzt dabei minimal zwei Router ein, die ihre Signale aussenden, und fünfzig mal pro Sekunde Messungen vornehmen. Mithilfe von Timing-Informationen über das Ankommen der Signale beim Gegenüber und dank Maschinenlernfähigkeiten lässt sich so eine Genauigkeit von 1 bis 2 Zentimeter für jedes Objekt erreichen.

    Upgrade

    Spezielle Hardware ist dabei nicht vonnöten, die Firma betont, dass prinzipiell jeder aktuelle Mesh-Router mittels Firmware-Upgrade entsprechend aufgerüstet werden kann. Mesh-Geräte sind nicht zuletzt deswegen vonnöten, da die Messungen die sogenannte Channel State Information (CSI) nutzen, um Interferenzen zu verhindern, und diese wird üblicherweise nur bei Mesh-Systemen unterstützt.

    Überwachung?

    Origin Wireless betont dabei die positiven Seiten dieser Technologie, so wäre das Ganze wesentlich genauer als etwa Laser-basierte Systeme und könnte so etwa für Sicherheitsaufgaben genutzt werden. Als ein Beispiel wird etwa darauf verwiesen, dass so festgestellt werden könnte, ob eine Person in einem Raum noch atmet, und wenn nicht, automatisch ein Alarm ausgelöst wird. Freilich gibt es auch eine andere Betrachtungsmöglichkeit: Die Überwachungsmöglichkeiten, die dieses System potentiell bietet, sind ebenfalls beträchtlich. Könnten so doch praktisch alle Bewegungen in einer Wohnung bis ins Detail erfasst werden. (red, 10.10.2017)

    • Origin Wireless demonstriert ihr System.
      foto: engadget

      Origin Wireless demonstriert ihr System.

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