Training mit Langhanteln: Endlich was Schweres stemmen

    18. Oktober 2017, 08:00
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    Langhanteln sind keineswegs Muskelprotzen vorbehalten. Ein Ratgeber klärt auf, welche Vorteile das Heben von Gewichten haben kann

    Das Training mit Langhanteln ist nur etwas für Muskelprotze, meinen viele. Darum fristet es bei den Lieblingsdisziplinen der Freizeitsportler auch ein Nischendasein. Christian Zippel – ein "Doktor", wie er schon am Cover seines Buches betont, allerdings der Philosophie und nicht der Medizin – will in seinem Ratgeber "Langhantel-Basics. Ist sie zu schwer, bist du zu schwach" eine Lanze für diese Form des harten Trainings brechen.

    Denn ernsthafte Fortschritte würden eben ernsthaftes Training erfordern, meint er, während Sportarten wie Yoga oder gemütliches Joggen die gewünschten Veränderungen am Körper oft nicht liefern würden. Überhaupt trainieren Freizeitsportler oft ziellos, sagt er. Dabei hänge der Erfolg von den richtigen, nämlich den "überdurchschnittlich gewählten" Widerständen ab.

    Körper und Geist wachsen

    Aber Zippel, der Lesern schon in der Einleitung ein "philosophisches Buch über Langhanteln" verspricht, geht noch weiter: Durch das körperliche Wachstum wachse auch der Geist, schreibt er. Und Langhanteltraining ist in seinen Augen keineswegs nur für muskelbepackte Kraftkolosse das Richtige, sondern auch für ganz gewöhnliche Freizeitsportler. Auch Frauen sollen dadurch ihren Körper stählen, empfiehlt der Autor, der ihnen "knackige Rundungen" sowie eine "straffe, schlanke Form" verspricht und beachtliche Visionen hat: Eine "unscheinbare" Frau, die richtig trainiere, könne auch 150 Kilo stemmen. "Go heavy", rät Zippel, "hab keinen Respekt vor scheinbar schweren Gewichten" – mit der richtigen Technik sei alles möglich.

    Zudem räumt er mit immer noch weitverbreiteten Vorurteilen auf, etwa dass man sich durch das Hanteltraining in einen Muskelprotz verwandelt. Alles steuerbar, beruhigt Zippel – und derartige Muskelpakete würden zudem harte Arbeit erfordern.

    Heben und beugen

    Wer nach den ersten Ausführungen schon auf den Geschmack gekommen ist: Die Leser bekommen nützliche Tipps zum Langhantelkauf. Wer zu Hause Laminat- oder Parkettboden hat, der sollte lieber zu gummierten Scheiben greifen – den Nachbar von unten wird's freuen. Durch Schritt-für-Schritt-Anleitungen demonstriert Zippel dann die Basics, darunter unterschiedliche Hebe- und Beuge-Varianten. Ganz wichtig dabei: die Rumpfspannung, die man auch ohne Gewichte trainieren kann. Auch die Atmung spielt beim Heben und Stemmen eine wichtige Rolle.

    Seltsam ist dafür Zippels Skepsis gegenüber der Wissenschaft. Er betont mehrmals, dass sein Wissen nur auf seinen eigenen – durchaus umfassenden – Erfahrungen beruht. Das ist für den Profi selbst zwar ausreichend, für blutige Anfänger unter Umständen aber sogar gefährlich.

    Wer sich aber zuerst einmal gemütlich zu Hause in die Theorie einlesen will, um sich dann später im Fitnessstudio endlich einmal vor den starken Kerlen an die Langhanteln zu trauen, der wird mit diesem Buch auf den Geschmack kommen. (Franziska Zoidl, 18.10.2017)

    • Keine Angst vor schweren Gewichten, rät der Autor.

      Keine Angst vor schweren Gewichten, rät der Autor.

    • Christian Zippel"Langhantel-Basics. Ist sie zu schwer, bist du zu schwach"€ 20,60 / 144 Seiten, Graefe-und-Unzer-Verlag, 2017
      bild: gu

      Christian Zippel
      "Langhantel-Basics. Ist sie zu schwer, bist du zu schwach"
      € 20,60 / 144 Seiten, Graefe-und-Unzer-Verlag, 2017

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