Kurz gegen Strache vergleichsweise friedlich

8. Oktober 2017, 23:57
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Der ÖVP-Chef präsentierte sich am Sonntagabend als freundlichere Alternative zum FPÖ-Obmann und sieht ein Duell ein um Platz eins – Strache warnt vor Schwarz-Rot

Wien – Nach den harten rot-schwarzen Wortgefechten im Duell davor verlief das anschließende Aufeinandertreffen von ÖVP-Chef Sebastian Kurz mit FPÖ-Chef Heinz Christian Strache am Sonntagabend auf Puls 4 vergleichsweise friedlich. Inhaltlich waren sie sich über weite Strecken einig, dennoch unterstellte Strache dem ÖVP-Chef, in Wahrheit eine schwarz-rote Koalition anzustreben, Kurz warnte vor Rot-Blau.

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Was trennt sie, was verbindet sie?

Den Auftakt machte wie zuvor bei Kurz' Duell mit Kanzler Christian Kern (SPÖ) die Affäre Silberstein. Als Anspielung darauf hatte der FP-Chef seinem Kontrahenten das Brettspiel Cluedo mitgebracht, bei dem sich die Spieler auf Tätersuche machen müssen. Strache sieht die Hauptverantwortung zwar bei der SPÖ, verwies aber auch auf die Verwicklung von Personen aus dem ÖVP-Umfeld: "Ich glaube, dass am 15. Oktober die Österreicherinnen und Österreicher ein Urteil sprechen können, dass sie solche rot-schwarzen Sittenbilder nicht mehr wollen."

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Strache: "Die Europäische Union versagt bei den Außengrenzen!"

Inhaltlich zeigten sich Kurz und Strache über weite Strecken einig – seien es Steuersenkungen, die Ausländerpolitik oder das Eintreten gegen eine zentralistische EU. Wobei Kurz (er hatte als Geschenk Spielzeug für Straches Hund dabei) sich selbst als die freundlichere Alternative darstellte und dem FPÖ-Chef diverse antisemitische Vorfälle in der Partei vorhielt: "Es gehört auch die Fähigkeit dazu, andere zu überzeugen. Und Sie vergreifen sich das eine oder andere mal so im Ton, dass Sie Menschen damit abschrecken." Außerdem warf Kurz der FPÖ vor, mit dem "Öxit" zu liebäugeln: "Das ist für mich eine Bedingung, dass eine Regierung proeuropäisch sein muss."

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Welche Partei kann Österreich besser reformieren?

Strache verwies dagegen auf die Verantwortung des ÖVP-Chefs für das "Integrationsversagen" der letzten Jahre sowie der ÖVP für den "abgesandelten" Wirtschaftsstandort. Schließlich sei Kurz das dienstälteste Regierungsmitglied der ÖVP und die ÖVP sei seit 31 Jahren in der Regierung. Kurz habe sowohl die höhere Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen als auch die Registrierkassenpflicht mitbeschlossen und die kalte Progression nicht ausgeglichen. "Die ÖVP ist in dieser Frage leider nicht glaubwürdig." Und Kurz' Schwenk in der Ausländerpolitik sei zu spät gekommen: "2015 sind Sie noch am Schoß von Frau Merkel gesessen."

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Wie stehen die Chancen für Schwarz-Blau?

Für Kurz geht es nun um die Frage, wer Kanzler werden soll – er selbst oder Strache. "Der Wahlkampf läuft gut für Sie, es wird ein tolles Ergebnis für die FPÖ geben. Die Frage ist, wer geht als Erster durch die Ziellinie", so Kurz. Strache glaubt dagegen, dass die ÖVP bei einem Ergebnis von über 35 Prozent eine Koalition mit den Kleinparteien eingehen könnte, ansonsten mit der SPÖ: "Es geht offensichtlich darum, die Demütigung des Herrn Kern zu erreichen und ihn loszuwerden." Woraufhin Kurz meinte, die Wähler könnten auch mit Rot-Blau aufwachen. (APA, 8.10.2017)

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