Heute Mittag Bekanntgabe des Physiknobelpreises

3. Oktober 2017, 06:00
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Nachweis von Gravitationswellen gilt als hoher Favorit – Verlautbarung "frühestens" um 11.45 Uhr

Stockholm – "Frühestens um 11.45 Uhr" wird heute bekanntgegeben, wer mit dem Physiknobelpreis 2017 ausgezeichnet wird. Der Livestream wird einige Minuten vor der Verkündung einsetzen.

nobel prize

Wie schon im Jahr 2013 mit dem experimentellen Nachweis des Higgs-Bosons gibt es in dieser Kategorie auch heuer einen turmhohen Favoriten: den Nachweis von Gravitationswellen, der im September 2015 erstmals gelang und im Februar 2016 bekanntgegeben wurde – knapp zu spät für eine Preisvergabe noch im selben Jahr.

Wer wird es werden?

Spannend ist allerdings die Frage, wie viele Preisträger es im Falle einer entsprechenden Vergabe sein würden: Da sind zunächst der US-amerikanische Physiker Kip Thorne vom California Institute of Technology und der gebürtige Deutsche Rainer Weiss, Professor Emeritus am Massachusetts Institute of Technology. Diese beiden gründeten gemeinsam mit dem im vergangenen Jahr verstorbenen schottischen Experimentalphysiker Ronald Drever das Gravitationswellen-Observatorium Ligo.

Dazu könnte aber auch noch der US-amerikanische Experimentalphysiker Barry Barish kommen, der Ligo als Direktor völlig umstrukturierte, was letztlich zum Durchbruch entscheidend beitrug. Und letztlich bleibt der übliche Unsicherheitsfaktor, dass das Nobelpreiskomitee in der Vergangenheit schon oft anstatt hochgehandelter Favoriten völlig unerwartete Namen aus dem Hut gezogen hat.

Im vergangenen Jahr war der Preis an die drei Quantenforscher David J. Thouless (University of Washington), F. Duncan M. Haldane (Princeton University) und J. Michael Kosterlitz (Brown University) gegangen. Zur Veranschaulichung ihres Fachgebiets, der Topologie, griff der Vertreter des Preiskomitees zu einer Performance mit verschieden gewundenen Arten von Gebäck, die bereits in die Geschichte der Nobelpreise eingegangen ist.

Vor einer Woche hatte die Nobel-Stiftung verkündet, dass die Preisgelder, die jeweils auf bis zu drei Personen aufgeteilt werden können, heuer von acht auf neun Millionen Kronen (rund 944.000 Euro) erhöht wurden. Die Verleihungszeremonie findet am 10. Dezember in Stockholm statt. (red, 3. 10. 2017)

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    foto: ap/fernando vergara
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