Fahrlay: Feiner Moseltropfen

    Kolumne9. Oktober 2017, 16:47
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    Bio-Winzer Clemens Busch lässt seinen deutschen Riesling lange in Holzfässern spontan vergären

    Lange mieden heimische Weintrinker deutsche Rieslinge wie der Teufel das Weihwasser – ob aus Patriotismus, ewiger Konkurrenz mit unseren liebsten Nachbarn (Córdoba-Syndrom) oder schlicht aus Ignoranz. Freilich strahlten die restsüßen Gewächse vom Rhein oder der Mosel mit beängstigend großen Adlerwappen auf dem Etikett und verstörenden Namen wie "Oppenheimer Krötenbrunnen" oder "Sommeracher Katzenkopf" wenig Appeal aus.

    Seit geraumer Zeit jedoch sorgt eine neue Generation Winzer für hochklassige trockene Weißweine. Clemens Busch etwa: Seine Rieslinge kommen von den spektakulär steilen Terrassenlagen der Mosel und gehören zu den besten Deutschlands. Seit über 30 Jahren arbeitet er biologisch, inzwischen auch biodynamisch.

    Der Riesling Marienburg Fahrlay ist geprägt von blauem Schiefer: Die Wurzeln der alten Rebstöcke dringen tief ins Gestein. Das Ergebnis ist ein feinnerviger Wein mit dezent rauchigen Aromen. Mineralität pur – Wucht und üppige Frucht sucht man hingegen vergebens. Clemens Busch schenkt seinen Weinen sehr viel Zeit. Sie danken es ihm mit Balance und Tiefgang. (Christina Fieber, RONDO, 9.10.2017)

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    • Clemens Busch, Riesling Fahrlay, € 36 bei Punkt 404, 1050 Wien
www.clemens-busch.de
      foto: hersteller

      Clemens Busch, Riesling Fahrlay, € 36 bei Punkt 404, 1050 Wien

      www.clemens-busch.de

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