Chinesische Investoren machen Rückzieher beim Kartendienst Here

    26. September 2017, 15:25
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    Branchenkenner vermuten dahinter Bedenken der US-Amerikaner, da auch der US-Chipriese Intel an Here beteiligt ist

    Eine chinesische Investorengruppe hat ihren Plan für einen Einstieg beim digitalen Kartendienst Here nach eigenen Angaben wegen Bedenken aus den USA aufgegeben. Das Angebot für eine Übernahme von zehn Prozent an der mehrheitlich von BMW, Daimler und Audi gehaltenen Firma sei zurückgezogen worden, weil man keine Zustimmung der US-Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS) erhalten habe.

    Das teilte die Gruppe um den chinesischen Kartenanbieter Navinfo am Dienstag mit. Gründe für die verweigerte Freigabe wurden nicht genannt.

    Intel an Here beteiligt

    Branchenkenner vermuten dahinter Bedenken der US-Amerikaner, da auch der US-Chipriese Intel an Here beteiligt ist. US-Präsident Donald Trump hat eine kritische Haltung zur exportstarken Wirtschaftsmacht China. Der US-Ausschuss für Auslandsinvestitionen hat bereits einige Übernahmen US-amerikanischer Unternehmen durch chinesische Firmen verzögert oder untersagt. Anders als der US-Ausschuss hatte das deutsche Kartellamt einen Einstieg des Konsortiums, zu dem neben NavInfo auch der chinesische Internent-Gigant Tencent und der Staatsfonds GIC aus Singapur gehören, bereits vor mehreren Monaten freigegeben. Navinfo und Here teilten mit, sie wollten ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung von digitalen Karten für das autonome Fahren in China nun ohne finanzielle Beteiligung vorantreiben.

    Die drei konkurrierenden Autobauer Daimler, BMW und Audi hatten den Spezialisten für Navigationskarten Here 2015 gemeinsam für 2,8 Mrd. Euro von Nokia übernommen. Hochauflösende digitale Karten sind wichtig für selbstfahrende Autos, die mehrere große Hersteller in einigen Jahren an den Start bringen wollen. (APA, 26.9. 2017)

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