Im Vorjahr gab es 306.000 Haushaltsunfälle in Österreich

26. September 2017, 14:36
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Vier von zehn Unfällen passieren zu Hause. Stress, Ablenkung und Eile sind die häufigsten Unfallursachen

Wien – Vier von zehn Unfällen in Österreich passieren zu Hause, gab der Verband der Versicherungsunternehmen am Dienstag bekannt. 2016 verunglückten 306.800 Personen im Haushalt und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Laut einer Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit schätzen hingegen nur drei Prozent der Befragten das Risiko, zu Hause zu verunfallen, als hoch ein.

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21 Prozent halten einen Unfall daheim für wahrscheinlich. Weit höher schätzen die Befragten das Unfallrisiko im Straßenverkehr ein. Dort halten 50 Prozent einen Unfall für wahrscheinlich. "Tatsächlich ist das Risiko, zu Hause zu verunfallen, viel größer", sagt KfV-Direktor Othmar Thann. "Das Unfallrisiko daheim ist viermal höher als im Straßenverkehr. Das Bewusstsein ist genau umgekehrt."

Ablenkung häufigste Unfallursache

Ablenkung ist laut Thann "in beiden Bereichen mittlerweile Unfallursache Nummer eins". Ein Viertel der Haushaltsunfälle sei darauf zurückzuführen. Multitasking und Hektik, wenn das Telefon läutet oder es an der Tür klingelt, seien nicht zu unterschätzen. Fast 20 Prozent der Unfälle, die beim Kochen oder bei Reinigungsarbeiten passieren, sind auf Stress, Eile, Unachtsamkeit, Unkonzentriertheit oder Ablenkung zurückzuführen. "Diese Unfälle füllen Tag für Tag Ambulanzen", so Thann. Er wolle das Bewusstsein für die Gefahren stärken.

39 Prozent der Unfälle in Österreich passieren im Haushalt, und die Zahl steigt weiter, sagt Elisabeth Stadler, Leiterin der Vienna Insurance Group und Vizepräsidentin des Roten Kreuzes. Bis Jahresende würden noch 80.000 Haushaltsunfälle erwartet.

Sechs von zehn Verletzten sind Frauen, die meist beim Kochen oder bei Reinigungsarbeiten verunfallen. Männer verletzen sich häufiger beim Heimwerken beziehungsweise der Instandhaltung. 38 Prozent der Unfälle von Kindern unter 15 Jahren passieren im Haushalt. Bei Kindern unter fünf Jahren sind es zwei Drittel (66 Prozent). Bei Personen, die älter als 64 Jahre sind, entfallen ebenfalls zwei Drittel auf Haushaltsunfälle. (APA, red, 26.9.2017)

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