14-Jähriger tötete Vater in Vorarlberg: U-Haft verhängt

25. September 2017, 13:40
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Gegen den Schüler wird wegen Mordes und versuchten Mordes ermittelt – Polizei: "Ganz normale einheimische Familie"

Götzis – Über jenen 14-Jährigen, der in der Nacht auf Sonntag in Götzis in Vorarlberg seinen schlafenden Vater mit einem Küchenmesser tödlich und seine Mutter schwer verletzt hat, ist am Montag die Untersuchungshaft verhängt worden. Der Jugendliche, der sich auch selbst mit der Waffe verletzt hatte, wird laut Chefermittler Norbert Schwendinger so lange im Krankenhaus bleiben, "wie sein Arzt es für notwendig erachtet".

Mutter und Sohn seien mittlerweile einvernommen worden, auch den älteren Sohn habe man befragt. Inhalte dieser Gespräche werde das Landeskriminalamt allerdings nicht veröffentlichen. "Die Aussagen decken sich in etwa mit dem, was berichtet wurde", sagte der Chefermittler. Eine psychische Erkrankung sei aufgrund der Vorgehensweise "anzunehmen".

Nachbarn alarmierten Polizei

Der 14-Jährige ging laut Stand der Ermittlungen gegen Mitternacht auf seinen im Wohnzimmer schlafenden Vater los und versetzte ihm mit einem längeren Küchenmesser mehrere Stiche in den Bauch. Wegen des Tumults wurde die im Schlafzimmer schlafende Mutter wach und eilte ins Wohnzimmer. Als die 52-Jährige versuchte, den Sohn vom Vater wegzuziehen, attackierte der Jugendlich auch sie und verletzte sie mit mehreren Messerstichen in den Rücken schwer. Anschließend schnitt er sich mit der Tatwaffe zweimal in den Hals. Seine Verletzungen waren allerdings nicht schwer.

Nachbarn, die Lärm gehört hatten, verständigten die Einsatzkräfte. Die schwerverletzten Eltern und der Jugendliche wurden nach der Erstversorgung von der Rettung in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert. Der Vater erlag noch in der Nacht im Landeskrankenhaus Feldkirch seinen schweren Stichverletzungen. Die Mutter war schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.

Kein Streit vor Attacke

Der Messerattacke war kein Streit vorausgegangen. Auch Probleme innerhalb der Familie sind laut Polizei nicht bekannt. "Es handelt sich um eine ganz normale einheimische Familie", hatte Schwendinger bereits am Sonntag versichert. Die Ermittler gingen deshalb von einer psychischen Erkrankung des Jugendlichen aus.

Gegen den Schüler wird wegen Mordes und versuchten Mordes ermittelt. Die Staatsanwaltschaft muss nun entscheiden, ob er, sobald es seine Gesundheit erlaubt, in die Justizanstalt Feldkirch überstellt oder ob er in das auf Psychiatrie spezialisierte Landeskrankenhaus Rankweil eingeliefert wird.

Zum Tatzeitpunkt waren nur der 14-Jährige und seine Eltern zu Hause. Der andere Sohn – sein Alter wollte die Polizei nicht nennen – befand sich außer Haus. (APA, 25.9.2017)

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