Flugpreiserhöhungen: Unfit to check in

Kommentar24. September 2017, 19:33
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Mit dem Air-Berlin-Verkauf nimmt der Verdrängungswettbewerb wieder zu. Das bezahlt der Passagier gleich doppelt

Fliegen – einst der Traum vieler Menschen. Nun muss man schon hoffen, dass die gebuchte Maschine tatsächlich auch abhebt. Der freie Markt führt – wie so oft – zu uneinheitlichen Ergebnissen. Günstigen Ticketpreisen stehen Verschärfungen im Arbeitsrecht der Airline-Mitarbeiter gegenüber. Nun tobt vielerorts ein Kampf um Rechte, den die Konsumenten ausbaden müssen.

Ob es nun die Forderung nach fairen Verträgen ist oder die Wut darüber, dass Privilegien gestrichen werden. Piloten von so mancher Airline erkrankten zuletzt immer wieder im Minutentakt, waren plötzlich "unfit to fly". Andere wiederum werden mit Urlaubssperre belegt. Bodenpersonal ist in den Streik getreten – tagelang. Damit kommt es zu massiven Verspätungen oder eben Flugausfällen. Tausende Passagiere sind von solchen Aktionen betroffen. Missstände sind nicht zu dulden. Das ist klar. Dass die Passagiere unternehmerische (Fehl-)Entscheidungen ausbaden müssen, ist aber auch nicht fair.

Mit dem Verkauf der Air Berlin, bei dem die Lufthansa wohl der Gewinner ist, nimmt nun der Verdrängungswettbewerb wieder zu. Das bezahlt der Passagier dann gleich doppelt: Die Vielfalt der Angebote wird weniger, dafür steigen die Preise – und das mitunter happig. Städteflüge waren in Österreich zuletzt bereits um knapp 40 Prozent teurer. Da können sich die Fluggesellschaften nur wünschen, dass die Passagiere nicht vor Wut "unfit to fly" werden. (Bettina Pfluger, 24.9.2017)

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