Möglicher Polizeiübergriff: Ermittlungen gegen drei Männer

23. September 2017, 11:05
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Einem Zeugen wird Falschaussage vorgeworfen. Er hatte zuerst behauptet, sich nicht zu erinnern, nun spricht er von Provokationen der umgeschubsten Frau

Leoben – Die Staatsanwaltschaft Leoben ermittelt im Fall eines mutmaßlichen Polizeiübergriffs auf eine Frau in Leoben nun gegen drei Männer. Neben den zwei Polizisten, bei denen es um den Verdacht der Körperverletzung, der unterlassenen Hilfeleistung bzw. der Falschaussage geht, wird auch gegen einen Passanten ermittelt, der auf einem Video aus einer Überwachungskamera zu sehen ist.

Bei ihm geht es vordringlich um den Vorwurf der Falschaussage, sagte Behördensprecherin Carolin Weißenbacher am Samstag zur APA und bestätigte entsprechende Medienberichte. Der Mann habe zuerst angegeben, bei dem Vorfall im Mai zu alkoholisiert gewesen zu sein, um sich zu erinnern. Nun sage er, die Frau habe die Polizisten provoziert, so Weißenbacher. Die Polizisten sagen, sie hätten die Frau lediglich weggeschoben, nicht gestoßen. Sie sei auch weiter ansprechbar gewesen.

Vom Dienst suspendiert

Die an dem Vorfall beteiligten zwei Polizisten sind nach wie vor vom Dienst suspendiert, sagte Polizeisprecher Markus Lamb. Ein erstes Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Leoben war eingestellt worden, da zunächst Aussage gegen Aussage gestanden war. Ende Juli waren die Ermittlungen wegen des aufgetauchten Überwachungsvideos wieder aufgenommen worden. Darauf ist zu sehen, wie einer der Polizisten die Frau schubst, sie rücklings zu Boden geht und die Beamten mit dem dritten Mann weggehen. (APA, 23.9.2017)

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