Österreicher arbeiten 19 Tage im Jahr für ihre Kfz-Steuer

20. September 2017, 13:29
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In Osteuropa ist die Steuer absolut niedriger, aber im Vergleich zum Einkommen höher

Wien – Österreicher arbeiten jedes Jahr im Schnitt 18,8 Tage, um ihre Kfz-Steuern zu finanzieren, ergab eine Berechnung der Business School der Fachhochschule Kufstein Tirol. Österreicher arbeiten damit im EU-Vergleich ihre Kfz-Steuerbelastung relativ rasch ab, im EU-Schnitt dauert es 26,5 Tage, wobei vor allem in Osteuropa die Steuern im Vergleich zum Einkommen hoch sind.

foto: apa/fh kufstein

Umgerechnet in Arbeitstage liegt Österreich auf Rang sechs unter den 28 EU-Staaten, die Österreicher müssen also weniger lang arbeiten als Menschen in anderen EU-Ländern. In absoluter Belastung sieht die Lage anders aus: Österreicher zahlen demnach jährlich für einen Benziner 2.366 Euro und für ein Dieselfahrzeug 2.080 Euro Steuern – und damit vor allem bei Benzinern mehr als im EU-Schnitt, der bei 2.150 bzw. bei 2.077 Euro liegt. In absoluten Zahlen gerechnet liegt Österreich bei Benzinern wie beim Diesel auf Rang 21 der 28 EU-Staaten. Menschen in Osteuropa arbeiten zwar länger für ihre Steuer, in absoluten Beträgen zahlen sie aber weniger als die Westeuropäer: In Estland sind es 1.365 Euro für Benziner und 1.300 Euro für Diesel-Fahrzeuge.

Wenige Ausnahmen für Benziner

Mit Ausnahme der Niederlande, Portugal und Dänemarks werde der Benziner höher mit Abgaben belastet als Diesel-Antriebe, im Schnitt beträgt der Aufschlag vier Prozent, heißt es in der Studie.

Dornig hat in seiner Masterarbeit jeweils ein kleines, mittelgroßes und großes Benzin- und Dieselfahrzeug sowie ein Fahrzeug mit Elektroantrieb in den Vergleich einbezogen und die Steuern vom Erwerb über die Nutzung bis zum Verkauf berücksichtigt. Derzeit gebe es 159 verschiedene Steuersätze und Gebührenarten. Es fehle nicht nur an Transparenz, auch die Lenkungseffekte seien zweifelhaft, schließt Dornig daraus. Die Arbeit entstand auf Anregung des Arbeitskreises der Automobilimporteure, dessen Geschäftsführer, Christian Pesau, will die Ergebnisse als Grundlage für zukünftige Verhandlungen nutzen. (APA 20.9.2017)

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    foto: apa/harald schneider
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