Erste Tests von iOS 11: Kleiner Schritt für iPhones, großer für iPads

    20. September 2017, 13:25
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    Kaum Designänderungen, Betriebssystem macht Schritte in Richtung Desktop – Uneinigkeit zu neuem Kontrollzentrum

    Seit kurzem ist iOS 11 verfügbar und wird als OTA-Update an die Nutzer verteilt. Pünktlich zum Release sind auch die ersten Rezensionen der neuen Generation von Apples mobilem Betriebssystem online gegangen.

    Der Tenor ist bei den Tests größtenteils der Selbe. Während das Update am iPhone kaum Änderungen mitbringt, bedeutet er vor allem für iPads eine große Aufwertung. Uneinigkeit herrscht aber ob der Bewertung einzelner Neuerungen.

    foto: ap

    Kontrollzentrum

    Da wäre etwa das Kontrollzentrum, das von Apple überarbeitet worden ist. Statt diverse Einstellungen über mehrere Bildschirme zu verteilen, sind nun alle Kontrollfunktionen auf einem Panel versammelt. Über die genaue Anordnung und sichtbarkein einzelner Elemente kann der Nutzer selbst verfügen.

    "Es fühlt sich an wie ein Chaos", meint dazu Devindra Hardawar von Engadget. Es sei zwar nicht schwer, zu erkennen, welcher Button was bewirke, aber die schiere Menge auf engem Raum erschwere die Übersicht. Zumindest auf einem regulären iPhone 6s ist die Enge problematisch. Beim Plus-Modell könnte es dank des größeren Displays anders aussehen.

    Dieter Bohn von The Verge findet wiederum prinzipiell lobende Worte für diese Änderung. Nach einer kurzen Eingewöhnung erweise sich das Konzept mit der anpassbaren Anordnung aus teilweise Force-Touch-kompatiblen Buttons und Widgets als gute Idee. Besonderes Lob erhält dabei die Bildschirmaufnahmefunktion, die über das Kontrollzentrum schnell zugänglich ist und es ermöglicht, kurze Videos der Vorgänge am eigenen Display zu erstellen.

    Unverständlich bleibt, warum es immer noch keinen Schnellzugang zu den WLAN-.Einstellungen gibt und man sich immer noch durch das Einstellungsmenü hangeln muss, um etwa in ein anderes Drahtlosnetzwerk zu wechseln.

    Mühselige Benachrichtigungen

    Schelte bekommen die Änderungen des Benachrichtigungsbereiches. Diese wurden nun auf den Sperrbildschirm ausgelagert. Das macht es nun langwieriger, manuell einzelne Notifications zu entfernen, moniert Max Parker bei Trusted Reviews.

    Und immer noch ist iOS nicht in der Lage, Benachrichtigungen einzelner Apps zu gruppieren. "Wenn man plötzlich eine Welle an Whatsapp-Notifications erhält, werden alle anderen aus dem Sichtfeld verdrängt."

    foto: apple

    Viel Neues für das iPad

    Einen großen Schritt hat iOS 11 laut den Testern beim Multitasking gemacht. Offene Apps werden nun in einer Übersicht gezeigt und lassen sich einfach per Wischbewegung schließen. Am iPad gibt es nun, ähnlich wie b

    ei macOS, ein unisono gelobtes Dock und das System merkt sich auch Gruppierungen. Hat man etwa zwei Apps nebeneinander in einem Fenster geöffnet, kann man auch genau auf diese Ansicht wieder zurückwechseln. Es gibt aber immer noch Schwächen. Sieht man sich etwa ein Video an und liest nebenbei auf Twitter nach, so hält das Video an.

    Die neue Drag-and-Drop-Funktion erweitert die Usability des Systems, vor allem im Arbeitseinsatz. Nicht nur Text, sondern auch Bilder lassen sich so von einer App zur Anderen ziehen. Lob gibt es auch dafür, dass mit "Files" nun standardmäßig ein Dateimanager an Bord ist – auch wenn dieser sehr rudimentär ausgestaltet sein soll.

    Erweitert wurden die Möglichkeiten des Apple Pencils. Damit lassen sich am iPad Pro nun auch Screenshots und PDFs beschreiben. Tippt man damit doppelt den Lockscreen an, landet man nun direkt in der Notizen-App. Das Programm kann nun Text und Zeichnungen kombinieren, die neue "Scanner"-Funktion erleichtert das Ausfüllen von Dokumenten. Verbessert wurde außerdem das Onscreen-Keyboard.

    foto: apple

    Kleinere Verbesserungen

    Gern gesehen wird auch die Verbesserung von Sprachassistentin Siri. Diese klingt nun natürlicher und kann in mehrere Sprachen übersetzen. Sie kann nun eine personalisierte Musikauswahl in Apple Music zusammenstellen. Ihre Fähigkeiten im Bereich des Maschinenlernens stehen künftig auch anderen App-Entwicklern offen. Seinen Musikdienst selbst hat Apple wiederum um soziale Features erweitert. Man kann nun anderen Nutzern folgen und Playlists austauschen, was ebenfalls begrüßt wird.

    Auf einige Funktionen muss jedoch noch gewartet werden. Beispielsweise den Geldtransfer zwischen Usern via Apple Pay. Außerdem bleibt abzuwarten, wie gut nun Augmented Reality am iPhone tatsächlich funktioniert und ob sich die Technologie als alltägliches Hilfsmittel etablieren kann.

    Fazit

    Während die Tester sich bei einzelnen Neuerungen nicht immer einig in der Bewertung sind – insbesondere hinsichtlich des neuen Kontrollzentrums, werden die meisten frischen Features begrüßt. Für iPhone-Nutzer hat sich insgesamt recht wenig getan, das Arbeiten am iPad wurde allerdings erheblich erleichtert. Das System hat auf Apple-Tablets einen Schritt in Richtung Desktop-Usability gemacht und eignet sich nun auch besser für mobiles Arbeiten. (red, 20.09.2017)

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