Salzburg gewinnt mit Lucky Punch in Mattersburg

Video17. September 2017, 18:31
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Haidara fixierte den mühevollen 2:1-Sieg erst in der vierten Minute der Nachspielzeit – Vierte Niederlage en suite für Burgenländer

Mattersburg – Mattersburg bleibt für Red Bull Salzburg ein hartes Pflaster. Am Sonntag erzwang der Serienmeister mit einem Last-Minute-Tor von Amadou Haidara (94.) sein Glück, siegte schließlich 2:1 (1:1) und rückte Tabellenführer Sturm Graz bis auf einen Punkt nahe. Lange Zeit hatte es nach einem Remis für Mattersburg ausgesehen, das schließlich aber die vierte Niederlage en suite kassierte.

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Meister Salzburg hat einen 2:1-Last-Minute-Sieg bei Mattersburg gefeiert und zu Tabellenführer Sturm aufgeschlossen. Für die Bullen war es der erste Sieg im Burgenland seit 13. April 2013.

Davor hatte Andreas Gruber (18.) eine frühe Führung der Bullen durch Munas Dabbur (12.) fast postwendend egalisiert, der mit Fortdauer immer defensivere Tabellenneunte steuerte eine Woche nach dem desaströsen 0:5 gegen die Admira auf sein drittes Saisonremis zu. Mit seinem zweiten Bundesligator für die Bullen besserte Haidara aber doch die Salzburger Bilanz in Mattersburg auf – in den sechs Partien davor hatte man nur zwei Siege und ein Unentschieden geholt. Nach einer Niederlage und zwei Remis war es der erste Pflichtspielsieg des Titelverteidigers seit 24. August.

Neue auf beiden Seiten

Salzburg-Coach Marco Rose stellte trotz langer Verletztenliste im Vergleich zur EL auf drei Positionen um. Patrick Farkas stand in der rechten Außenverteidigung für Stefan Lainer auf dem Platz, Innenverteidigungs-Routinier Paulo Miranda wurde durch den 19-jährigen Debütant Jerome Onguene ersetzt. Und der 18-jährige Patson Daka gab im Sturm sein Startelfdebüt neben Fredrik Gulbrandsen. Auch die Hausherren präsentierten sich mit drei Veränderungen, u.a. kam Patrick Bürger für den gesperrten Stefan Maierhofer.

Nicht geahndetes Hands von Dabbur vor dem Torschuss

Mattersburg startete ambitioniert, sorgte durch einen abgefälschten Schuss von Alois Höller (3.) und einen auf der Linie geklärten Kopfball von Thorsten Mahrer (4.) auch gleich für Gefahr. Doch in Führung ging Salzburg: Nach einer Ecke von Valon Berisha nahm sich Dabbur den Ball herunter und schoss aus wenigen Metern trocken unter die Latte ein. Schönheitsfehler war allerdings das Handspiel des 25-Jährigen, das Schiri Rene Eisner aber nicht ahndete. Erfreulich für Dabbur, der schon jetzt öfter getroffen hat als in der Vorsaison.

Mattersburger Reaktion

Der heranrutschende Gulbrandsen hätte wenig später fast auf 2:0 erhöht (14./daneben), doch Mattersburg drückte den Reset-Knopf – just dank des Stellungsfehlers eines Ex-Kollegen: Farkas übersah bei einer weiten Flanken über die Breite Gruber, der aus Kurzdistanz netzte.

Salzburg dominierte freilich weiter, spielte aber bis zum Seitenwechsel keine echten Chancen mehr heraus – auch weil die Hausherren mit einem defensiven Dreiermittelfeld und viel Kampfkraft den Spielfluss unterbanden. Immerhin musste Kuster einen Berisha-Freistoß mit den Fingerspitzen über die Latte lenken (35.), später strich ein Gulbrandsen-Weitschuss über das Tor. Oberschenkel-Blessuren erzwangen schließlich noch vor der Pause Wechsel auf beiden Seiten: Lainer kam für Farkas (42.), bei Mattersburg Rene Renner für Verteidiger Florian Hart.

Die Gäste kamen motiviert aus der Kabine, Diadie Samassekou prüfte bald Kuster (51.), Dabbur scheiterte am stark parierenden Goalie (62.). Mattersburg, das seine aktivste Phase in der zweiten Hälfte zwischen der 50. und 60. Minute hatte, war mit Fortdauer aber immer weniger und schließlich gar nicht mehr in der gegnerischen Hälfte zu sehen. Doch der Zweck schien bis zur 94. Minute die Mittel zu heiligen. Dann aber kam Haidara, der nach Flanke von Andreas Ulmer mit einem schönen Schuss ins lange Eck für gelungene Jubiläumsspiele von Berisha (150. Bundesliga-Partie) und Ulmer (250.) sorgte. (APA, 17.9.2017)

Bundesliga, 8. Runde, Sonntag

SV Mattersburg – FC Red Bull Salzburg 1:2 (1:1)
Pappelstadion, 2.000 Zuschauer, SR Eisner

Torfolge:
0:1 (12.) Dabbur
1:1 (18.) Gruber
1:2 (94.) Haidara

Mattersburg: Kuster – Hart (45. Renner), Malic, Mahrer, Rath – Sittsam, Jano, Erhardt – Gruber (81. Okugawa), Höller – Bürger (75. Prevljak)

Salzburg: Walke – Farkas (42. Lainer), Onguene, Caleta-Car, Ulmer – Samassekou (61. Leitgeb) – Haidara, Dabbur, Va. Berisha – Gulbrandsen, Daka (71. Wolf)

Gelbe Karten: Jano, Höller, Bürger bzw. Caleta-Car, Gulbrandsen, Samassekou

Stimmen

Gerald Baumgartner (Mattersburg-Trainer): "Es ist sehr bitter, das 2:1 in der Nachspielzeit zu bekommen. Der Gegner ist fast übermächtig für uns. Schade, dass wir keinen Punkt mitgenommen haben. Es gab zwei kuriose Situationen in diesem Spiel: erstens das Handspiel-Tor von Dabbur und zweitens das Foul von Sittsam an Farkas – da hätte es Elfer geben müssen. In der ersten Halbzeit hätten wir die eine oder andere Situation besser weiterspielen müssen. Ballbesitz gewinnt kein Spiel, so ist das im Fußball. Wir müssen jetzt wieder das Spielglück auf unsere Seite zwingen. Es ist eine schwierige Situation, in der wir Ruhe bewahren müssen. Wir müssen jetzt einen klaren Kopf bewahren. Salzburg wollte das Tor schießen, die Flanke von Ulmer war top, und danach wurde der Ball sehr gut getroffen."

Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Wenn man so spät gewinnt, ist man mal glücklich. Laut Statistik ist der Sieg nicht unverdient für uns. Mattersburg hat es uns heute sehr, sehr schwer gemacht. Wir sind schnell 1:0 in Führung gegangen und waren danach ein bisschen fahrig. Ich bin sehr froh über das 2:1. Im Moment ist es nicht so einfach für die Mannschaft, weil wir viele angeschlagene Spieler haben. Die Jungs, die am Platz stehen, hauen alles raus."

  • Die erfolgreichen Salzburger Schützen: Dabbur und Haidara.
    foto: apa/expa/thomas haumer

    Die erfolgreichen Salzburger Schützen: Dabbur und Haidara.

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