"Schlimmer als ein verkappter Rassist": "Firewatch"-Entwickler geht gegen PewDiePie vor

    11. September 2017, 10:05
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    Youtuber nach neuer rassistischer Aussage im Kreuzfeuer der Kritik

    Der nach Abonnentenzahlen erfolgreichste Youtuber Felix "PewDiePie" Kjellberg steht nach einem rassistischen Ausspruch abermals im Kreuzfeuer der Kritik.

    "What a fucking nigger! Geez! Oh my god! What the fuck? Sorry, but what the fuck. What a fucking asshole", regte sich Kjellberg während eines Feuergefechts über einen anderen Spieler auf. Wenige Momente später merkte er schmunzelnd an, dass er das nicht im negativen Sinne gemeint habe.

    DMCA Takedown

    Gehört wurde Kjellbergs Wutausbruch unter anderem von Sean Vanaman, dem Entwickler des populären Story-Adventures "Firewatch", dem die Ausdrucksweise so sehr gegen den Strich ging, dass er einen DMCA Takedown für PewDiePie-Videos zu "Firewatch" und allen künftigen Games des Herstellers Campo Santo ankündigte. Damit kann der schwedische Youtuber keine Beiträge mehr zu besagten Inhalten veröffentlichen. Kurz nach der Ankündigung ging bereits das Let's-Play-Video zu "Firewatch" offline, wobei nicht ersichtlich ist, ob dies durch die urheberrechtliche Maßnahme erfolgte oder Kjellberg präventiv selbst das Video löschte.

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    Besagte Szene, in der Kjellberg einen anderen Spieler beschimpft.

    Schnauze voll

    "Ich habe die Schnauze voll davon, dass dieses Kind mehr und mehr Chancen bekommt, Geld auf dem Rücken unserer Arbeit zu machen. Er ist schlimmer als ein verkappter Rassist: Er ist propagiert verabscheuungswürdigen Müll, der der Kultur rund um diese Industrie echten Schaden zufügt", schreibt Vanaman in einer Reihe von Tweets.

    Der Entwickler will seine Games nicht mehr mit der Marke PewDiePie in Verbindung gebracht haben. Solange Beiträge zu "Firewatch" auf dessen Kanal zu sehen sein würden, bedeute dies, dass man den Youtuber unterstützt. Gleichzeitig sieht er die Schuld auch bei sich und den Entwicklern liegen. "Wir tragen eine Mitschuld: Ich bin sicher, wir haben durch die 5,7 Millionen Views (des "Firewatch"-Videos) auch Geld gemacht und das sollte uns zu denken geben."

    Kurze Reue

    Kjellberg selbst äußerte sich zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels noch nicht zum Vorfall. Wie die Seite Eurogamer berichtet, verteidigten jedoch einige Fans dessen Verhalten und betonten, dass die Aussagen nicht rassistisch gemeint waren.

    Dabei ist es nicht das erste Mal, dass der Youtuber aufgrund kontroverser Inhalte kritisiert wurde, die Kjellberg allerdings als Satire deklarierte. Einige Seher und Netzwerkpartner Disney distanzierten sich daraufhin vom Schweden. Nach den rechtsradikalen Angriffen in der US-Stadt Charlottesville erklärte Kjellberg seine Nazi-Witze und rassistischen Bemerkungen zu bereuen. Er wolle nicht mit rechtsradikaler Gesinnung in Verbindung gebracht werden. (zw, 11.9.2017)

    • Artikelbild
      foto: youtube/pewdiepie
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