Sturm kassiert gegen Lask erste Saisonniederlage

9. September 2017, 17:50
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"Blackies" lassen nach sechs Siegen in Folge erstmals Punkte, Lask in erster Halbzeit stark

Pasching – Heimbilanz aufpoliert, Höhenflug gestoppt: Der LASK hat die Siegesserie von Sturm Graz in der Fußball-Bundesliga beendet. Die Linzer gewannen zum Auftakt der siebenten Runde am Samstagnachmittag gegen den zuvor makellosen Tabellenführer mit 2:1 und sind zuhause weiter stark: Seit dem Aufstieg hat die Elf von Trainer Oliver Glasner bei vier Antreten in der Paschinger TGW-Arena noch nicht verloren.

Dogan Erdogan (10.) und Maximilian Ullmann (34.) trafen zunächst, dann hielt LASK-Goalie Pavao Pervan den dritten Saison-Sieg der Athletiker fest. Für die mit sechs Siegen in die Saison gestarteten Grazer verwandelte Deni Alar einen Elfmeter (25.), der letztlich trotz starker zweiter Hälfte zu wenig war. Meister Salzburg könnte nun mit einem Heimerfolg im Schlagerspiel am Sonntag (16.30 Uhr) gegen Rapid bis auf zwei Punkte an die Steirer heranrücken.

Beide Trainer setzten in der mit 6.009 Zuschauern ausverkauften Arena jeweils in der 3-4-3-Formation auf altbewährte Kräfte: Ex-ÖFB-Teamspieler Emanuel Pogatetz beim LASK sowie Sturm-Kapitän Christian Schulz kamen in der Verteidigung zu ihrem Startelf-Saisondebüt.

1:0 durch Freistoß

Die Gastgeber starteten forsch und suchten auch gegen den Tabellenführer früh ihr Glück in der Offensive. Die größte Stärke der Linzer sind aber nach wie vor die Standards: Ein Freistoß von Erdogan aus halblinker Position senkte sich über Freund und Feind vorbei zum 1:0 ins Tor (10.).

Sturm reagierte mit zwei gefährlichen Offensivaktionen, doch Pervan drehte eine beherzten Distanzschuss von Alar noch an die Lattenoberkante (12.). Wenig später war der Torhüter bei einem Huspek-Flachschuss auf den Posten (16.). Danach fiel dem Leader gegen die ambitioniert auftretenden Oberösterreicher wenig ein – bis Peter Zulj im Strafraum von LASK-Verteidiger Christian Ramsebner gelegt wurde. Deni Alar verwertete den fälligen Strafstoß und erzielte damit auch im vierten Spiel hintereinander das erste Grazer Tor.

Ullmann mit dem Siegtor

Die Linzer verstanden es aber auch nach dem ersten Saison-Gegentor zuhause die in der ersten Hälfte teils vogelwild agierende Sturm-Defensive zu überwinden: Nach Peter Michorls Chip über die Abwehr, rauschte Ullmann nach Bruno-Vorlage erfolgreich aus dem Rückraum heran (34.). Nachdem ein Treffer des wiedergenesenen Rene Gartler wegen Abseits nicht zählte (39.), ließ Michorl aus guter Einschussposition die Chance auf das 3:1 aus (42.).

Sturm-Trainer Franco Foda dürfte einiges nicht gepasst haben. Denn mit James Jeggo für den gelbverwarnten Sandi Lovric und Philipp Zulechner für Marvin Potzmann brachte der Deutsche mit Beginn der zweiten Hälfte ungewohnt früh zwei neue Kräfte. Mit veränderter Spielanlage drängten die Grazer auf den Ausgleich: Bei einem Zulechner-Kopfball rettete Pogatetz per Kopf (48.), danach fielen Abschlüsse von Dario Maresic (46.), Alar (57.) und Thorsten Röcher (61.) mit zu wenig Nachdruck aus.

Sturm blieb das bessere Team, biss sich aber bis zuletzt an Pervan die Zähne aus. Die größte Ausgleichsmöglichkeit ließ Alar aus, der nach Huspeks Pass in den Rückraum frei stehend am Tor vorbei zielte (79.). In der Schlussphase rettete wieder Pervan: Der 1,94 m große Goalie fischte einen gut gesetzten Kopfball von Sturms Neuerwerbung Emeka Friday Eze aus dem Kreuzeck (84.). (APA, 9.9.2017)


LASK – Sturm Graz 2:1 (2:1)
Pasching, TGW-Arena, 6.009 (ausverkauft), SR Lechner.

Tore:
1:0 (10.) Erdogan
1:1 (25.) Alar (Foulelfmeter)
2:1 (34.) Ullmann

LASK: Pervan – Ramsebner, Trauner, Pogatetz – Ranftl, Erdogan, Michorl, Ullmann – M. Berisha (86. Raguz), Gartler (65. Goiginger), Bruno (77. D. Reiter)

Sturm: Siebenhandl – Koch, Maresic, Schulz – Potzmann (46. Zulechner), Lovric (46. Jeggo), P. Zulj, Lykogiannis – Huspek, Alar, Röcher (73. Eze)

Gelbe Karte: Lovric

Stimmen:

Oliver Glasner (LASK-Trainer): "Wir sind super ins Spiel reingekommen. Die erste Hälfte war eins der besseren Spiele, die ich in der österreichischen Bundesliga gesehen habe. Zweite Halbzeit wurde es eine Abwehrschlacht. Doch die Spieler haben heroisch gekämpft, großes Herz, Moral und Zusammenhalt gezeigt. Dann haben wir auch zwei Mal auf Pervan zählen können. Ich gratuliere der Mannschaft zu diesem Kämpferherz, das brauchst du gegen so einen Gegner wie Sturm."

Pavao Pervan (LASK-Goalie): "Dass wir Sturm die erste Niederlage zufügen, hat gezeigt, dass wir gegen jeden Gegner gewinnen können. Wir waren zweikampfstärker und deshalb über 90 Minuten gesehen der verdiente Sieger."

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Die ersten zehn Minuten waren wir nicht im Spiel. Die Gegentore müssen wir besser verteidigen. In der zweiten Hälfte haben wir auf ein 4-4-2-System umgestellt und waren überlegen. Wir haben dann aber gute Chancen ausgelassen. So viele Chancen hatten wir heuer in einem Auswärtsspiel noch nie. Der LASK hat es aber gut gemacht und Pervan hat auch noch sensationell gehalten. Wir waren in einigen Phasen nicht so präsent wie zuletzt."

Philipp Huspek (Sturm-Spieler): "Wir haben die erste Halbzeit verschlafen. Das war zu wenig von der ganzen Mannschaft. Zweite Hälfte haben wir mehr Fußball gespielt, gute Chancen gehabt, doch sie – anders als in den sechs Partien zuvor – nicht rein getan. Wir haben verdient verloren."

  • Maximilian Ullmann trifft zum 2:1, Sturms Niederlage nimmt ihren Lauf.
    foto: dortmund-remis gegen zehn freiburger,

    Maximilian Ullmann trifft zum 2:1, Sturms Niederlage nimmt ihren Lauf.

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