Zehn Euro Gesamtkosten: Schüler baut 3D-Drucker aus alten Inkjets

    31. August 2017, 09:01
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    Drei Tintenstrahldrucker und ein Scanner als Komponentenspender – 33 Mikrometer Genauigkeit

    Manchmal braucht es gar nicht viel Geld, dafür aber umso mehr Geschick und Erfindergeist, um Erstaunliches zu erreichen. Das stellt der italienische Schüler Michele Lizzit mit seinem neuesten Projekt unter Beweis. Er hat selber einen 3D-Drucker gebaut. Seine Materialkosten für das Projekt: zehn Euro.

    Nach eigenen Angaben musste er lediglich für ein Hot End (vier Euro) und einen Teil der Elektronik (sechs Euro) selber Geld ausgeben. Den Extruder des Gerätes druckte er sich mithilfe eines bereits vorhandenen 3D-Druckers aus.

    Drucker und Scanner ausgeschlachtet

    Alle anderen Komponenten fand er in drei ausgemusterten Tintenstrahldruckern sowie einem alten Scanner. Wichtig waren dabei unter anderem die Gleichstrommotoren, die bei Inkjets zur Steuerung der Düsen zum Einsatz kommen. Als Rahmen dienen ihm Kartonverpackungen.

    Bei der Umsetzung setzte er auf ein "Closed Loop"-Design, das den Vorteil hat, dass der Nutzer das Gerät nicht extra kalibrieren, sondern lediglich die Auflösung des Encoder Strips wissen muss.

    michele lizzit

    Firmware-Quellcode offengelegt

    Gesteuert wird Lizzits DIY-Drucker mit einem ATmega328-Chip, allerdings wäre die Umsetzung mit einem Arduino Nano ebenfalls möglich. Künftig soll jedoch ein SAM3X8 mit deutlich mehr Rechenkapazität zum Einsatz kommen. Beim Drucken erreicht sein Gerät übrigens eine Präzision von bis zu 33 Mikrometern.

    Auf seinem Blog erläutert der talentierte Schüler sein Vorgehen und dokumentiert das Ergebnis auch in einem Video. Den Quellcode der selbst programmierten Firmware seiner Erfindung hat er auf Github bereit gestellt und denkt bereits an Updates mit neuen Features – etwa das automatische Erkennen und Reinigen verstopfter Düsen. (gpi, 31.8.2017)

    • Nur zehn Euro musste der Schüler in sein Projekt investieren – fast alle Komponenten konnte er aus Altgeräten ausbauen.

      Nur zehn Euro musste der Schüler in sein Projekt investieren – fast alle Komponenten konnte er aus Altgeräten ausbauen.

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