Gericht: Apple nicht schuld an Unfall mit Handy am Steuer

    28. August 2017, 12:03
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    Sohn des Klägers bei Crash getötet – Richterin sieht "viel zu schwache Argumentation" für Prozess

    Gleich mit mehreren Klagen von Handynutzern, die aufgrund der Verwendung eines iPhones am Steuer in einen Autounfall verwickelt wurden, sieht sich Apple in den USA konfrontiert. Nun mehren sich allerdings die Zeichen, dass dem Konzern diesbezüglich Prozesse und Strafen erspart bleiben.

    Denn ein Klagsbegehren wurde nun vom Gericht des Santa Clara County (vgl. Landkreis) in Kalifornien abgewiesen. David Riggs war gegen den Elektronikhersteller zu Felde gezogen, nachdem sein Sohn im Jahr 2013 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Der Fahrer des anderen beteiligten Autos hatte den verhängnisvollen Crash verursacht, weil er während der Fahrt auf seinem Smartphone Nachrichten geschrieben hatte.

    Vorwurf: Keine Nachrichtensperre bei Fahrt

    Riggs argumentierte, dass Apple "tatsächlich verantwortlich" für den Tod seines Sohnes sei. Denn das Unternehmen hätte das iPhone mit einem Feature ausstatten können, mit dem Messaging während der Fahrt unterbunden wird.

    Schon seit 2008 soll man über entsprechende Technologie verfügen, 2014 erhielt man auch ein entsprechendes Patent. Er wirft Apple vor, aus Angst vor dem Verlust von Marktanteilen auf eine solche Implementation verzichtet zu haben, lässt sich bei Law360 nachlesen.

    Richterin: Kein "substantieller Faktor" für Unfall

    "Die Argumentationskette der Kläger in diesem Fall ist viel zu schwach, um als vernünftige Person daraus schließen zu können, dass Apples Verhalten (…) ein substantieller Faktor" in diesem tragischen Ereignis gewesen sei, begründete die Richterin die Einstellung der Klage.

    Zudem bezog sie sich in ihrer Entscheidung auch auf einen ähnlichen Fall aus dem Vorjahr. Auch hier war Apple Schuld für einen Unfall mit Handy am Steuer gegeben worden, was vom Gericht jedoch als "unvernünftig" bewertet worden war.

    Weitere Fälle sind allerdings noch offen. Aufgrund dieser vorangehenden Entscheidungen darf man sich in Cupertino allerdings gute Chancen ausrechnen, nicht belangt zu werden. Nichtsdestotrotz wird mit dem kommenden iOS 11 eine neue "Do Not Disturb"-Funktion eingeführt, die die Anzeige von Benachrichtigungen während der Fahrt verhindert.

    • Die Richterin sieht keine Mitschuld von Apple am tödlichen Unfall.
      foto: apa/afp/josh edelson

      Die Richterin sieht keine Mitschuld von Apple am tödlichen Unfall.

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