Warten auf Zinsanstieg: Notenbanken drücken Dollar auf neues Tief

28. August 2017, 14:04
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Der Euro stieg über die Marke von 1,19 Dollar. US-Fed-Chefin ohne Hinweise auf weiteren Zinsschritt

Jackson Hole – Es ist das wohl wichtigste Treffen internationaler Notenbanker: Alljährlich finden sich die bedeutendsten Währungshüter in den Bergen von Wyoming in Jackson Hole ein. Doch von Märkten erwartete Hinweise blieben aus. Und so wurde das Nichtgesagte zur wichtigsten Information der Veranstaltung am Wochenende. Auch am Montag sorgte Interpretationen des Treffens für Verunsicherung unter Investoren. Das gilt vor allem für die Chefin der US-Notenbank Janet Yellen. Sie äußerte sich am Freitag gleich gar nicht zur Geldpolitik.

Das wurde von Beobachtern dahingehend gewertet, dass weitere Zinsanhebungen in den USA keine ausgemachte Sache sind. Der Greenback fiel daraufhin stark. Erstmals seit 2015 rutschte er unter die Marke von 1,19 Dollar zum Euro. Am Montag lag die US-Währung erneut unter 1,19 Dollar zur Gemeinschaftswährung. Das bringt wiederum die Europäische Zentralbank unter Druck, weil eine starke Währung die Importe verbilligt und somit der Preisdruck weiter zurückgeht. Doch Draghi lieferte keine Hinweise, dass der starke Euro von ihm als Problem gesehen wird.

Problem niedriger Inflation

Gerade mit der Inflation haben Yellen und EZB-Chef Mario Draghi ein gravierendes Problem. Trotz deutlich anziehender Konjunktur steigen die Preise kaum. "Wir haben bislang noch keine selbsttragende Annäherung der Inflation an das mittelfristige Ziel gesehen", sagte Draghi. Daher sei ein erhebliches Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung immer noch gerechtfertigt. Somit ist weiterhin unklar, ob die Euronotenbank im Herbst den Ausstieg aus dem Programm zum Ankauf von Wertpapieren ankündigen wird.

Yellen verteidigte zuvor die Regulierung des Finanzsektors, die nach der schweren Finanzkrise von 2008 ergriffen worden war. Sie verwies auf Studien, wonach das Wachstum durch die Regulierung des Finanzsektors nicht belastet worden sei. Gleiches gelte für die Verfügbarkeit von Krediten sowie von Liquidität. Vielmehr sei das Finanzsystem durch die Regulierung robuster geworden, etwa gegen Turbulenzen an den Finanzmärkten. (red, 28.8.2017)

  • Notenbanker Kuroda (Japan), Yellen (USA) und Draghi (Eurozone) ratlos in den US-Bergen.
    foto: ap

    Notenbanker Kuroda (Japan), Yellen (USA) und Draghi (Eurozone) ratlos in den US-Bergen.

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