Gesundheitsministerin will Gratis-Mundhygiene für Jugendliche

    27. August 2017, 09:34
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    Das Essen und Schulen und Kindergärten soll gesünder werden, sagt Rendi-Wagner

    Wien – Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) fordert kostenlose Mundhygiene für Jugendliche und gesundes Essen an Schulen sowie Kindergärten. Gegenüber der APA begründete Rendi-Wagner ihre Initiative für ein"Kindergesundheitspaket" damit, dass "der Ausbau der Kindergesundheit oberste Priorität bei der Prävention" habe. Rendi-Wagner kandidiert auf Platz zwei der SPÖ-Bundesliste bei der kommenden Nationalratswahl.

    Bereits bei der Präsentation der Sozialversicherungs-Studie der London School of Economics hatte die Gesundheitsministerin die Aufnahme der Meningokokken B-Impfung in das Gratis-Kinderimpfprogramm und die Aufnahme zahnärztlicher Untersuchungen sowie Beratungen in den Mutter-Kind-Pass angekündigt.

    Derzeit 60 Euro für Mundhygiene

    Nun präsentiert sie weitere Präventionsleistungen für Kinder. Konkret soll es auch eine Gratis-Mundhygiene für Kinder und Jugendliche geben. Die Mundhygiene ist derzeit keine Sachleistung der Krankenversicherung und muss daher von den Patienten bezahlt werden – mindestens 60 Euro fallen dabei pro Behandlung an. "Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren eine Mundhygiene bei Zahnärzten oder in kasseneigenen Einrichtungen künftig gratis in Anspruch nehmen können", erklärte Rendi-Wagner.

    Leitlinien für Schulbuffets

    In Kindergärten und Schulen will die Gesundheitsministerin gesundes Essen für alle Kinder anbieten. In Ganztagsschulen soll das gesunde Mittagessen für alle Kinder gratis sein. Zudem sollen bestehende Initiativen wie die Umsetzung einheitlicher Leitlinien für Schulbuffets oder für das Mittagessen im Kindergarten ausgebaut und forciert werden. Ernährungsleitlinien sollen für alle Anbieter von Verpflegung in Kindergärten und Schulen verfügbar sein und schrittweise auch als verpflichtende Ausschreibungskriterien österreichweit ausgerollt werden.

    Mehr Familienbegleiter

    Das Projekt der "Frühen Hilfen" soll auf ganz Österreich ausgedehnt werden. Besonders Familien in belastenden Situationen können diese Unterstützung in Anspruch nehmen – insbesondere im Bezug auf Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in der Schwangerschaft und früher Kindheit. Die Familien bekommen Familienbegleiter zur Seite gestellt, die mit Hausbesuchen oder bei der Vermittlung von weiteren Unterstützungsangeboten helfen. Auch durch Vernetzung und Kooperation von bereits bestehenden Institutionen und Angeboten (Schwangerschaftsberatung, Elternbildung) wird Unterstützung geleistet. In den letzten Jahren wurden 23 Netzwerke in Teilen Österreichs ausgerollt. Künftig soll das Angebot auf ganz Österreich ausgeweitet und finanziell abgesichert werden. Davon würden jährlich rund 13.000 Familien profitieren.

    "Gesunde Kinder von heute sind die gesunden Erwachsenen von morgen. Und jedes Baby, jedes Kind, jeder Jugendliche hat die Chance auf ein gesundes und gutes Leben von Anfang an verdient", begründete Rendi-Wagner ihre Initiative.

    FPÖ schaltet Rechnungshof ein

    Die FPÖ hat am Sonntag wegen der Studie der London School of Economics zur Effizienz der Sozialversicherung nicht nur eine parlamentarische Anfrage an Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) angekündigt, sondern auch die Einschaltung des Rechnungshofes. Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowisch will den Einsatz der dafür verwendeten Mittel überprüfen lassen.

    Belakowitsch hielt Stöger vor, 630.000 Euro Steuergeld für die Studie "verpulvert" zu haben, "der Erkenntnisgewinn ist gleich Null". Außerdem sei die Analyse ohne Ausschreibung vergeben worden. Die FPÖ-Gesundheitssprecherin kritisiert auch, dass SPÖ und ÖVP jenes Modell der Studie ausgesucht hätten, "mit dem sie Alles beim Alten belassen können". (APA, 27.8.2017)

    • Für mehr Prävention will Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner die Mundhygiene für Jugendliche kostenlos anbieten.
      foto: apa/georg hochmuth

      Für mehr Prävention will Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner die Mundhygiene für Jugendliche kostenlos anbieten.

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