Linz startet Initiative gegen Einwegbecher

24. August 2017, 15:45
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Betriebe, die Getränke in Mehrweggebinde um 20 Cent billiger einschenken, erhalten ein Logo

Linz/Wien – Für viele gehört der Kaffeegenuss auf dem Weg zur Arbeit zum Alltag, meistens fließt das "Getränk to go" aus Bechern in müde Münder, die Becher landen nach wenigen Minuten Lebenszeit im Mistkübel. Einige Städte in Deutschland haben Versuche gestartet, diese Art der Abfallverursachung mit Mehrwegbecher-Initiativen und Pfandsystemen einzudämmen. Auch in Österreich hieß es aus Städten wie Linz, Graz und Wien zuletzt, dass man sich über derlei Gedanken mache. Zuletzt forderten die Grünen in Wien konkrete Schritte.

Logo für teilnehmende Betriebe

Die oberösterreichische Landeshauptstadt ist nun einen Schritt weiter: So präsentierte die in Linz für Umweltthemen zuständige Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) am Donnerstag die Initiative "Mei Häferl is mei Kaffee" für die Vermeidung von Wegwerfbechern. Mitmachen können Betriebe, die Getränke zum Mitnehmen anbieten. Wenn sie Kunden, die mit dem eigenen Mehrwegbecher kommen, das Getränk um 20 Cent billiger anbieten, erhalten die Betriebe ein Logo, das sie an ihrer Eingangstüre anbringen können.

Das Kennzeichen besteht aus einem lächelnden Kaffeeschaumsmiley, drum herum steht "Coffee to go, Cup to keep" geschrieben. Kleingedruckt ist zudem festgehalten, dass es sich um eine Aktion des Linzer Umweltressorts handelt – sowie der Aufruf "20 Cent mit deinem Häferl sparen!"

Vier Pilotbetriebe

In vier Pilotbetrieben in Linz gilt die Aktion im Moment: Dabei handelt es sich um die Holzofenbäckerei Gragger in der Hofgasse in der Altstadt sowie "Mein Müsli – Der Bioladen", das Café Gerberei und das Café Viele Leute am Pfarrplatz. Interessierte Betriebe und Kaffeetrinker können sich unter www.linz.at/coffeetogo.asp über die Aktion ein Bild machen beziehungsweise die Liste der teilnehmenden Betriebe ansehen.

Das Umweltmanagement will in den kommenden Wochen die Gastrobetriebe, Bäckereien und Tankstellen verstärkt über die Initiative informieren. "Jeder Kaffee, der unterwegs im eigenen Cup statt im Einwegbecher genossen wird, ist ein Gewinn für die Umwelt", zeigte sich Stadträtin Schobesberger überzeugt.

Rund 200.000 Becher täglich in Wien

Schätzungen, wie viel Müll auf Kosten von Einwegbechern geht, gehen für Wien von einer täglichen Menge von rund 200.000 Bechern aus. Wiener Kaffeehausbetreiber und Bäckervertreter sollen durchaus Interesse an einem System zur Vermeidung von Einweggebinden zeigen. (spri, 24.8.2017)

  • Betriebe, die an der Tür dieses Logo aufweisen, schenken Getränke in Mehrwegbecher um 20 Cent billiger ein.
    illustration: silke müller

    Betriebe, die an der Tür dieses Logo aufweisen, schenken Getränke in Mehrwegbecher um 20 Cent billiger ein.

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