Zuckermolekül aus Braunalgen könnte Arthrose "an der Wurzel packen"

25. August 2017, 07:00
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Schweizer Forscher berichten von vielversprechenden Laborversuchen

Zürich – Ein langkettiges Zuckermolekül aus Braunalgen könnte zu einem neuen Wirkstoff gegen Arthrose führen. Schweizer Forscher der ETH Zürich, der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und des norwegischen Instituts SINTEF haben dieses sogenannte Polysaccharid chemisch modifiziert und entdeckt, dass es in ersten Laborversuchen gegen die Ursachen von Arthrose zu wirken scheint.

Bei Arthrose wird die "Gelenkschmiere" – das Knorpelgewebe im Gelenk – mit der Zeit abgebaut, was zu Entzündungen und Schmerzen führt. Gegen diese Symptome richten sich auch die gängigen Behandlungsmethoden mit Entzündungshemmern und Schmerzmitteln.

Neuer Ansatz

Der neue Ansatz hingegen könnte das Problem an der Wurzel packen und den Knorpelabbau bremsen, teilte die Empa am Mittwoch mit. Die Grundlage dafür haben die Forschenden um Marcy Zenobi-Wong von der ETH und Katharina Maniura von der Empa mit norwegischen Kollegen identifiziert: das Polysyccharid "Alginat" aus den Stielen von Palmentang (Laminaria hyperborea). Dieses modifizierten die Wissenschafter chemisch mit Sulfatgruppen und testeten die Wirkung verschiedener Versionen des Stoffs in Zellkulturen.

Wie das Team im Fachblatt "Biomaterials Science" berichtet, reduziert das Alginatsulfat oxidativen Stress, der zu Zellschäden oder sogar Zelltod führen kann. Außerdem unterdrückte es entzündungsfördernde Gene in menschlichen Knorpelzellen wie auch in Immunzellen. Der Wirkstoff könnte somit den Abbau der Gelenkknorpel verlangsamen oder sogar stoppen, so die Hoffnung der Forscher.

Vom vielversprechenden Ergebnis im Zellkulturversuch bis zu einem einsetzbaren Medikament ist der Weg jedoch noch weit. Als nächstes sollen Tests an Versuchstieren folgen. Falls sich der Ansatz bei diesen bewähren sollte, könnten klinische Studien am Menschen folgen. Es dürfte daher noch einige Jahre dauern, bis Alginatsulfat als Medikament auf den Markt kommt. (APA, red, 25. 8. 2017)

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