Burgtheater: Aufregung um Kušej-Interview

    22. August 2017, 14:02
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    Der designierte Direktor relativiert Sager, der sich nicht auf Ensemble, sondern generell auf kulturelles Klima beziehe

    Theater/Wien – Der designierte Burgtheaterdirektor Martin Kušej äußert sich in einer Stellungnahme zu einem Ö1-Interview, das am Dienstag hohe Wellen geschlagen hat. Kusej hatte gesagt: "Ich schütte da sicher mal die Hälfte oder zwei Drittel von diesem Suppentopf aus und koche mal eine neue Suppe auf." Im Interview fiel dieser O-Ton im Zusammenhang mit dem Ensemble.

    Der "Satz mit der 'Suppe', die ich ausleeren und neu wieder aufkochen will, bezog sich generell auf das Wiener bzw. österreichische kulturelle Klima; also eine um sich selbst kreisende, nicht über den Tellerrand blickende Theaterszene, die selbstverständlich aufgemischt gehört", so Kušej. Es sei völlig klar, dass es zu größeren Veränderungen kommen werde, das sei ja auch sein Auftrag durch das Ministerium.

    "Die Schnittversion im Radio stellte einen völlig anderen Zusammenhang her – und die Aufregung ist groß." Das gesamte Interview ist am Dienstag ab 17.09 Uhr im Ö1-"Kulturjournal" zu hören, das Kušej gewidmet ist.

    "Dinge nicht so toll"

    "Ich weiß natürlich, dass das Burgtheater eine große Tradition hat. Viel an dieser Tradition ist natürlich auch ein Schein, der durch nichts gerechtfertigt ist", so der derzeitige Intendant des Münchner Residenztheaters in dem Ö1-Interview weiter. "Im Hintergrund, wenn man genauer schaut oder nachkratzt, dann sind die Dinge nicht so toll, wie sie landläufig angenommen werden."

    Kritik übte Kušej, dessen Vertrag in München noch für zwei Spielzeiten läuft, am Timing der Ausschreibung: "Ganz ehrlich gesagt hätte ich mir ein bisschen mehr Zeit gewünscht, und man hätte in diesem Zusammenhang wahrscheinlich ein Jahr länger gebraucht, um das wirklich sehr seriös vorzubereiten und eben nicht parallel arbeiten zu müssen", so Kušej im Ö1-Interview. "Mein Vertrag hier läuft 2019 aus, und gleichzeitig müsste ich dann praktisch drei Tage später in Wien anfangen. Das wird sich nicht ausgehen."

    Daher müsse er nun "so eine Art Crossfade machen", also die Direktion in München schon Monate vorher "langsam auslaufen lassen" und dann auch in Wien schon mindestens ein Jahr früher "sehr präsent sein und vorbereiten". In Wirklichkeit habe die Vorbereitung "schon gestern" angefangen: "Ich gehe mit dem Burgtheater schon schwanger." (APA, 22.8.2017)

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