Kalorienspaß: "Man v. Food" auf ProSieben – US-Fett macht nett

21. August 2017, 15:37
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Gegen Ende jeder Sendung muss er Vier-Kilo-Portionen mit Beilagen verschlingen

Wer in diesem unfrohen Sommer gruseligen Fernsehspaß haben wollte, der kam an ProSieben nicht vorbei. Man v. Food entblößt schonungslos die Wurzeln von Trump-Amerika. Ein fröhlicher Mittdreißiger namens Adam Richman bereiste vor ein paar Jahren in den USA die unfassbarsten Garküchen und Sättigungsstationen. Donald Trump war zu diesem Zeitpunkt noch Geschäftsmann. Doch die weiße Mittelschicht war schon damals auf Krawall und Kalorien gebürstet.

Ob in Idaho, Texas oder Nevada: Köche, die es angeblich gut meinen mit ihren Essern, tauchen zentnerweise Kartoffelhack in brodelnde Gewässer aus Flüssigfett. Bauchfleisch wird in Sandwichhälften gepackt. Darüber legen Amerikas Küchenartisten Löschpapierbahnen aus Toastbrothälften. Weitere drei, vier Pfund Fleisch werden draufgepackt: alles Gute von der Pute, alles Kleine vom Schweine. Das Ganze wird mit neuerlich Fett, einer Lastwagenladung Pommes und einer Menge Tabasco kunstgerecht gelöscht.

Nun schlägt die Stunde von Adam. Er ist der Anwalt all derjenigen, die den augenblicklichen Verzehr von ein paar Tausend Kalorien als "challenge" begreifen. Er kostet die unansehnlichen Fettpakete und verdreht vor Glück die Augen. Manchmal schließt er ein paar der von ihm heimgesuchten "Köche" sogar in die Arme. Fett macht nett.

Gegen Ende jeder Sendung muss er Vier-Kilo-Portionen mit Beilagen verschlingen. Als Preise winken Erlass der Zeche und ein hübsches T-Shirt (XXL). Analytisch vorteilhaft: Man kann Adam beim Dickwerden förmlich zusehen. Aber schwoll nicht auch Donald Trump einst in aller Öffentlichkeit der Kamm? (Ronald Pohl, 21.8.2017)

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"Man v. Food"

  • Rinderwahnsinn mit Adam Richman.
    foto: prosieben

    Rinderwahnsinn mit Adam Richman.

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