Gemeinsames Tanzen im Takt fördert den sozialen Zusammenhalt

21. August 2017, 13:18
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Synchrone rhythmische Bewegungen beeinflussen das Zusammengehörigkeitsgefühl, berichtet ein Grazer Psychologe

Graz – Mit Musik geht angeblich alles leichter – und das gilt offenbar auch für den sozialen Zusammenhalt: Geht es nach einer Studie des Grazer Psychologen Jan Stupacher, fördert gemeinsames Tanzen die Bindung zwischen Menschen. Seine Ergebnisse werden in der September-Ausgabe des "Journal of Experimental Social Psychology" veröffentlicht.

Innerhalb von Millisekunden stimmen Menschen einer gut besuchten Einkaufsstraße oder auch zwei Tanzpartner auf dem Parkett ihre Bewegungen aufeinander ab und "wenn mehrere Personen ihre Bewegungen synchronisieren, wirkt sich das positiv auf die Kooperation und das Zusammengehörigkeitsgefühl aus", so Stupacher. In seiner Studie untersuchte er, ob Musik oder der Schlag eines Metronoms diese sogenannten prosozialen Effekte verstärken können.

Vertrauensbildende Synchronisation

Das Ergebnis der Untersuchungen zeigte: "Die Musik kann diese Wirkung tatsächlich erreichen. Wenn sich die Menschen im Takt bewegen, entstehen die intensivsten sozialen Verbindungen", so der Forscher. Anwendbar seien die Erkenntnisse in allen Bereichen, in denen Zusammenhalt erwünscht ist – von der Kinderkrippe bis zum Seniorenheim. Stupacher: "Speziell für Menschen mit Problemen im sozialen Umgang oder für Gruppen mit starkem Konfliktpotenzial kann die zusammenschweißende Funktion gemeinsamer Bewegung zur Musik genutzt werden. Da die Kommunikation auf nonverbalem Weg stattfindet, gibt es zudem keine sprachlichen Grenzen."

Für die Untersuchungen sahen die Probanden zwei Figuren nebeneinander gehen und mussten sich vorstellen, selbst eine davon zu sein, während die andere eine unbekannte Person darstellte. Diese Videos waren mit Musik, Metronomschlägen oder Stille hinterlegt, wobei sich die Figuren entweder synchron bewegten oder eine aus dem Takt war. Die Studienteilnehmer bewerteten die Nähe und die Sympathie des Gegenübers sowie das eigene Wohlbefinden. "Alle drei Werte waren bei Musik im Hintergrund höher als mit Metronombegleitung", schilderte Stupacher. War die andere Figur aus dem Takt, senkte das bei musikalischer Untermalung deren Sympathiewerte. Das Metronom hatte keinen derartigen Einfluss.

"Synchrone Bewegungen mehrerer Menschen erhöhen deren Vertrauen und Zusammenhalt. Sowohl Musik als auch abgestimmte Schritte und Gesten können mit der Ausschüttung gewisser Hormone in Verbindung gebracht werden, die die Bindung untereinander fördern", sagte der Psychologe. Im Gegenzug werde unrhythmisches Verhalten möglicherweise als Verstoß gegen soziale Regeln empfunden. Beides scheint allerdings nur dann zu funktionieren, wenn die Musik auch gefällt. (APA, 21.8.2017)

  • Es muss nicht unbedingt Tango sein – Hauptsache, die Musik gefällt.
    foto: apa/afp/javier gonzalez toledo

    Es muss nicht unbedingt Tango sein – Hauptsache, die Musik gefällt.

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