Wiener Linien: Daten ab sofort in Google Maps integriert

    21. August 2017, 09:35
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    Nach einem jahrelangen Streit um offene Daten gibt die Stadt Wien nach und stellt Daten im "Google-Format" bereit

    Google Maps ist die beliebteste Kartenanwendung: Einheimische wie Touristen greifen auf den Service zurück, um von A nach B zu gelangen. In Wien wurden sie in der Vergangenheit auffällig oft auf den Fußweg verwiesen. Das lag daran, dass Google die Daten der Wiener Linien nicht eingebunden hat. Das hat nun ein Ende: Ab sofort sind U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse der Wiener Linien in den Google-Service integriert. "Damit ist das Navigieren durch den öffentlichen Verkehr noch einfacher", schreiben die Wiener Linien auf ihrer Webseite.

    "Google-Format"

    Dass der öffentliche Nahverkehr in Wien im Unterschied zu jenem in anderen Metropolen so lange nicht auf Google Maps abrufbar war, lag an einer Meinungsverschiedenheit zwischen den Wiener Linien und Google. Der IT-Konzern bestand darauf, die Daten in einem bestimmten Format zu erhalten. Die Wiener Linien verwiesen hingegen darauf, ihre Betriebsinformationen und andere Daten für alle Entwickler in derselben Form zur Verfügung zu stellen. Jetzt hat das Unternehmen allerdings nachgegeben. "Um unser Service-Angebot weiter zu verbessern, stellen die Wiener Linien ihre Daten nun auch im ‚Google Format‘ GTFS zur Verfügung", heißt es auf der Webseite.

    Bei GTFS handelt es sich um ein freies Format im Sinne von Open Data, konkret wird hier eine Creative-Commons-Lizenz verwendet. Das bedeutet, dass die Daten nicht exklusiv für Google veröffentlicht wurden, sondern auch von anderen Entwicklern genutzt werden können. Laut den Wiener Linien sind die betreffenden Daten auch bereits an die Stadt Wien weitergereicht worden und sollten in Kürze über deren Open Data Webseite erhältlich sein.

    Datenhoheit

    Bislang hätten Apps bei den Wiener Linien Anfragen an den Server stellen und die Antwort für die jeweils abgefragte Route erlangen können, erklärte Entwickler Patrick Wolowicz von der Initiative "Offene Öffis" vergangenen April im STANDARD. Google wolle jedoch alle Routinginformationen, um die Daten auf seinem eigenen Server zu übertragen. Die ÖBB haben Google etwa schon vor Langem ihre Daten überlassen.

    Die Wiener Linien stellen auch eigene Apps zur Verfügung. Mit "Wien Mobil" wurde erst vor zwei Monaten eine neue Anwendung präsentiert. Neben Daten des öffentlichen Nahverkehrs sind auch Carsharing-Partnerdienste integriert. (fsc, 21.8.2017)

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