"Nidhogg 2" im Test: Plastillinmännchen im Blutrausch

    Rezension19. August 2017, 11:00
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    Der Multiplayerspaß "Nidhogg 2" sorgt dank alter Stärken für spaßige Duelle auf der Couch

    Vor etwa vier Jahren erschien eine ganze Reihe von Local-Multiplayer-Spielen, die eine kleine Renaissance des Spielens vor demselben Monitor einläuteten. Statt online gegen Unbekannte in grafisch spektakulären Shootern oder MMOs anzutreten, bieten Spiele wie "Towerfall", "Samurai Gunn" oder "Nidhogg" großen Spaß mit simpler Grafik für die im besten Fall bei Chips und kühlen Getränken auf der Wohnzimmerlandschaft feiernden und spielenden Freunde.

    Mit "Nidhogg 2" kommt nun ein Nachfolger, der sich perfekt für diese Situation eignet. In rasanten Duellen – bis zu acht Spieler können im Turniermodus in aufeinanderfolgenden Partien gegeneinander antreten – versuchen die von frei gestaltbaren Plastillinmännchen dargestellten Kontrahenten, zur jeweils gegenüberliegenden Spielfeldseite zu gelangen. Dort wartet, nach mehreren Bildschirmen, nämlich der schon aus dem ersten Spiel bekannte riesige fliegende Wurm, der den glücklichen Gewinner – haps! – verschlingt.

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    Duelle im Sekundentakt

    Diese simple – und reichlich schräge – Grundidee lässt in "Nidhogg 2" höchst unterhaltsame Hektik aufkommen. Natürlich versucht der Gegenspieler, den allzu schnellen Lauf in eine Richtung zu verhindern – und das mit handfester Cartoon-Gewalt. Waren im Original-"Nidhogg" nur elegante Degen als Waffe zur Hand, bietet der zweite Teil noch weitere Hieb- und Stichwaffen sowie sogar Pfeil und Bogen; mit welcher der Waffen man auf dem Bildschirm erscheint, ist Zufall und ändert sich bei jeder Auferstehung.

    Der direkte Kampf zwischen den rabiaten Plastillinmännchen ist eine Sache von Reaktionsgeschwindigkeit und ein bisschen Taktik. Die meisten Angriffe von oben, mittig oder unten lassen sich blocken, Waffen können geworfen werden und auch ohne Kampfgerät kann durch Sprünge und Tritte ordentlich ausgeteilt werden. Die sich im Verlauf einer Partie wiederholenden Begegnungen sind mal taktische Nervenschlachten, mal brachial-komische Blitz-Siege; wer dabei jedes Mal mit derselben Taktik antritt, wird allerdings sogar vom – ansonsten nicht mit Menschen vergleichbarem – Computergegner in die Schranken gewiesen.

    Fazit

    Bei der Präsentation des neuen Looks von "Nidhogg 2" gab es Entsetzen bei Freunden des ersten Teils, der minimalistisch und fast monochrom daherkam, doch der schreiend bunte Look des Nachfolgers stellt sich schon nach wenigen Spielminuten als absolute Nebensache heraus. Denn auch Nidhogg 2" ist ein Partyspiel, wie es sein soll – beim reinen Facelifting ist es aber nicht geblieben.

    Auch die Erweiterung auf mehr Waffen und neue Hindernisse in der Architektur der Levels sorgten bei besonders eingefleischten Fans des Originals für Verbitterung, doch wer den minimalistischen – und zugegeben, noch taktischeren – Purismus des Originals bevorzugt, versäumt eine Neuinterpretation des Klassikers, die vor allem dank endlich einwandfrei funktionierender Online-Funktionalität auch abseits der Spieleparty für Unterhaltung sorgt.

    "Nidhogg 2" ist – nicht nur im Look – chaotischer, unberechenbarer und abwechslungsreicher als der Vorgänger; ein großartiger Spaß für zwei bis acht Spieler ist es aber immer noch. Ein neuer Fixstarter für die gesellige Spielerunde. (Rainer Sigl, 19.8.2017)

    "Nidhogg 2" ist für Windows-PC, Mac und PS4 erschienen. UVP: 14,99 Euro.

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Das Testmuster wurde vom Hersteller bereitgestellt.

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    Nidhogg 2

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      bild: nidhogg 2
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