Milben: Sommerplage aus dem Gras

    20. August 2017, 10:00
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    Herbstmilben lauern in Feld und Wiese. Wer befallen wird, leidet unter unerträglichem Juckreiz und muss schnell handeln

    Wenn die Tage im Spätsommer wieder kürzer werden, entwickelt sich die Herbstmilbe in bestimmten Gegenden zu einer regelrechten Plage. Die kleinen Tierchen, auch Erntemilben genannt, durchlaufen in ihrer Entwicklung mehrere Stadien. Zur stechenden Plage zwischen Juli und Oktober werden nur ihre winzigen, rot-orangen Larven, die auf Gräsern, Sträuchern und Hecken in einer Höhe von nicht mehr als 20 Zentimeter über dem Boden hausen. An warmen Tagen werden sie besonders aktiv, vor allem am Spätnachmittag, etwa zwischen 16 und 18 Uhr, berichtet die deutsche Stiftung Kindergesundheit. Die Milben befallen spielende Kinder ebenso wie Familien, die auf einer Wiese picknicken.

    Für gewöhnlich leben die Milbenlarven auf Mäusen, Maulwürfen, bodenbrütenden Vögeln und Haustieren. Oft findet man sie zu Hunderten auf einer einzigen Maus. Wenn sie sich auf den Menschen verirren, legen sie an Armen und Beinen entlang größere Strecken zurück und stechen dann dort zu, wo ein Kleidungsstück sie an der Fortbewegung hindert. Zum Beispiel beim elastischen Abschluss der Unterwäsche, unter dem Hosengürtel oder am Ende von Socken und Strümpfen. Meist sind es viele Stichstellen auf einmal– es können bis zu 50 an einer Stelle sein.

    Ununterbrochen kratzen

    Was beruhigt: Die Milben übertragen keine Krankheiten. Sie laben sich nicht direkt am Blut, sondern lösen mit ihrem Speichel das Gewebe punktuell auf, sodass sie die entstehende Gewebsflüssigkeit und Lymphe aufnehmen können. Nach dem Saugen, das einige Stunden dauern kann, lassen sie sich abfallen. An der Stichstelle entsteht durch eine ausgeprägte Immunreaktion ein flaches Hautknötchen.

    Das große Jucken beginnt meist zeitverzögert: Manchmal schon wenige Stunden, meistens aber erst am zweiten Tag nach dem Stich. Betroffene verspüren ununterbrochen den Zwang, sich kratzen zu müssen. Bettwärme verstärkt den Juckreiz, bis es kaum mehr zu ertragen ist.

    Durch das Kratzen wird die Milbe in der Regel zerstört. Die winzigen Mundwerkzeuge bleiben jedoch meist in der Haut zurück und verursachen eine Fremdkörperreaktion. Dadurch kann der heftige Juckreiz zehn bis 14 Tage anhalten, bis durch die routinemäßige Erneuerung der obersten Hautschicht auch die letzten Milbenreste abgestoßen werden.

    Wie abwehren?

    Theoretisch könnte Milbenbefall durch vollkommen geschlossene Kleidung weitgehend verhindert werden, dies ist im Hochsommer jedoch meist keine Option. Insektenabwehrende Mittel sind hilfreich, ihre Wirksamkeit ist jedoch begrenzt. Zur inneren Anwendung gegen Insektenstiche werden als Hausmittel frischer Knoblauch oder die Einnahme von Vitamin B empfohlen – ihre Wirkung ist leider ungewiss.

    Hat ein Kind sich beim Wandern oder beim Sitzen oder Liegen im Gras Herbstmilben eingefangen, ist schnelles Handeln geboten, sagt die Stiftung Kindergesundheit. Es empfiehlt sich, nach der Rückkehr nach Hause zu duschen und die Kleider zu wechseln. Zur Linderung des Juckreizes und Verhinderung von Sekundärinfektionen, die meistens für länger anhaltende Reaktionen verantwortlich sind, empfiehlt sich das sofortige Einreiben der Stichstellen mit 70-prozentigem Alkohol oder speziellen, den Juckreiz stillenden Mitteln aus der Apotheke.

    Zur Milbenabwehr im eigenen Garten sollte man den Rasen kurz halten und den Grasschnitt nicht liegenlassen. Der Einsatz von Insektiziden ist weniger ratsam, unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit: Dieser vernichtet auch viele andere Insekten, ist meist wenig erfolgreich und stellt eine unnötige Belastung für die Umwelt dar. (red, 20.8.2017)

    • Weil die Mundwerkzeuge der Milben oft in der Haut bleiben, kann der Juckreiz bis zu 14 Tage anhalten.
      foto: istock

      Weil die Mundwerkzeuge der Milben oft in der Haut bleiben, kann der Juckreiz bis zu 14 Tage anhalten.

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