Nutzer glauben wieder an Bitcoin: Digitalwährung knackt 4.200 Dollar

14. August 2017, 13:28
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Der Kurs hat sich seit Jahresbeginn vervierfacht. Schattenseite ist der immense Stromverbrauch

Frankfurt am Main – Nach ihrer Aufspaltung hat die Digitalwährung Bitcoin einen neuen Höchststand erreicht. Am Sonntag stieg sie erstmals in ihrer Geschichte auf diversen Handelsplattformen über die Marke von 4.000 Dollar (3.399,92 Euro). Am Montag erreichte sie ein Rekordhoch von über 4.200 (3.559 Euro) Dollar.

Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs damit vervierfacht. Dass der Kurs seit Anfang August derart anzieht, zeigt auch, dass die Währung die Unsicherheit wegen der Abspaltung überstanden hat. Die User glauben wieder an ihre Parallelwährung.

Zum Vergleich: Die bestgelaufene Aktie im deutschen Börsen-Leitindex Dax – die von Lufthansa – kam im gleichen Zeitraum auf ein Plus von knapp 60 Prozent. Der Dax insgesamt legte um gut viereinhalb Prozent zu.

Rätselhafte Klettertour

Rätselhaft bleibt, warum gerade am Wochenende ein rasanter Kursanstieg einsetzte, denn die Bitcoin-Aufspaltung liegt bereits länger zurück. Schon in der Vorwoche gab es just am Wochenende eine rasante Klettertour. Zuletzt wurden der Internetseite cryptocompare.com zufolge besonder japanische Yen gegen Bitcoin gehandelt. Der Anteil am gesamten Handelsvolumen lag demnach bei rund 47 Prozent. Weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz lag der US-Dollar, der rund 22 Prozent zum Handel beitrug. Dahinter folgten der koreanische Won, der chinesische Yuan und der Euro.

Derzeit gibt es einige hundert Kryptowährungen. Sie nennen sich Peercoin, Dogcoin, Ethereum oder eben Bitcoin. Wobei Bitcoin der größte Player ist – mit einem Marktwert von rund 56,2 Milliarden Dollar. Zu den Geschäften, in denen mit Bitcoins bezahlt werden kann, gesellen sich auch laufend neue dazu.

Junge Währung

Die Erfolgsgeschichte reicht nicht einmal zehn Jahre zurück. Bitcoins werden in komplizierten Rechenprozessen erzeugt und auf Plattformen im Internet gegen klassische Währungen gehandelt. Das System nutzt dabei die sogenannte Blockchain-Technologie. Dabei handelt es sich um eine verschlüsselte Datenbank, in der alle Transaktionen gespeichert werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Währungen unterliegt der Bitcoin keiner Kontrolle durch Staaten oder Notenbanken. Die Kurse können stark schwanken. Zahlreiche Abstürze gehörten in der Vergangenheit dazu.

Eine weitere Schattenseite kommt zur Volatilität: Der erforderliche Rechenaufwand verursacht einen immensen Stromverbrauch. Der momentane Energieaufwand für das weltweite Bitcoin-Netzwerk liegt bei 1,76 Gigawatt. Das entspricht der Nettoleistung von rund zwei durchschnittlichen Kernkraftwerken. Eine einzelne Transaktion (Zahlung) verbraucht derzeit 193 KWh, schätzen Experten. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Neubau-Einfamilienhaus in Österreich hat einen jährlichen Heizwärmebedarf von etwa 4.000 bis 8.000 Kilowattstunden.

Aufspaltung

Die jüngsten Kursgewinne gehen einher mit der Aufspaltung der Digitalwährung in Bitcoin und Bitcoin Cash. Parallel zur Aufspaltung wurden von der Bitcoin-Gemeinschaft technische Neuerungen verabschiedet, welche die zuletzt stark gefallene Geschwindigkeit bei Transaktionen mit dem Bitcoin wieder erhöhen sollen. Das macht die Kryptowährung augenscheinlich attraktiv für viele Nutzer: Erst Anfang August hatte der Bitcoin erstmals die 3.000-Dollar-Marke geknackt und danach fast stetig weiter zugelegt. (APA, red, 14.8.2017)

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