Privatstraße ins Glück: Ehepaar ersteigerte "Presidio Terrace" in San Francisco

Ansichtssache9. August 2017, 09:41
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Auktion wegen unbezahlter Lappalie – Nun befürchten die Anrainer saftige Gebühren fürs Parken

Presidio Terrace in San Francisco, eine der vornehmsten Wohngegenden in der kalifornischen Metropole, ging zum Schnäppchenpreis von 90.000 Dollar an ein Makler-Ehepaar.

Presidio Terrace in San Francisco ist eine der teuersten Wohngegenden der kalifornischen Metropole. Die völlig privat finanzierte, ringförmig angelegte Siedlung besteht seit 1905; heute befinden sich in der "gated community" mehr als drei Dutzend Luxus-Villen, und entsprechend hochpreisig sind auch die Autos, die sich in der Privatstraße bewegen.

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Vor einiger Zeit ist einem Paar dort laut Medienberichten aber ein echter Schnäppchenkauf gelungen – zum nun immer größer werdenden Ärger der Anrainer. Dem Immobilien-Investor Michael Cheng und seiner Frau Tina Lam gehört nämlich seit 2015 die Privatstraße samt Gehsteigen, Parkplätzen und Grünflächen. Bezahlt haben sie dafür 90.000 Dollar (rund 76.000 Euro), es war das Ergebnis einer kaum bekannten Versteigerung. Grund für die Auktion wiederum war eine drei Jahrzehnte lang unbezahlte Grundstückssteuer von 14 Dollar pro Jahr, die die Hauseigentümergesellschaft über Jahrzehnte hinweg versehentlich nicht beglichen hatte. Inklusive Zinsen waren 994 Dollar an Steuerschuld offen.

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Der damalige Schnäppchenkauf machte nun in US-Medien Schlagzeilen, weil die Anrainer befürchten, dass die neuen Straßenbesitzer saftige Gebühren einheben. Tatsächlich denkt das Paar laut Berichten darüber nach, die 120 Parkplätze der Straße lukrativ zu vermieten.

Von der Versteigerung wusste offenbar wirklich nur ein sehr kleiner Personenkreis Bescheid. "Wir hatten Glück", sagte Cheng kürzlich dem Lokalsender KGO.

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Noch ist aber nicht sicher, wieviel Glück die beiden tatsächlich hatten. Die Hausbesitzer haben bei der Stadt nämlich Einspruch eingelegt. Sie machen geltend, die Rechnungen für die jährliche Grundstückssteuer nie erhalten zu haben. Laut "Daily Mail" gingen die Rechnungen jahrzehntelang an einen Buchhalter, der seit den 1980er-Jahren nicht mehr für die Eigentümergemeinschaft tätig ist.

Im Oktober will sich der Stadtrat mit dem Fall beschäftigen. (red, 9.8.2017)

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