Mehr Soldaten in der Steiermark, Salzburger Pässe wieder befahrbar

Video8. August 2017, 12:42
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Katschbergstraße wieder offen, weitere Soldaten für Assistenzeinsatz des Bundesheers in Kärnten eingetroffen

Klagenfurt / Liezen / Untertauern / Bezirk St. Johann im Pongau / Tamsweg – In der Obersteiermark sind am Dienstag die Aufräumarbeiten nach den verheerenden Unwetternächten vom Wochenende weitergegangen. 35 Mann des Bundesheers sind bereits seit Sonntag in der Region, um zu helfen, Montagabend trafen zusätzliche Pioniere aus Kärnten ein.

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Christian Fiedler vom Bundesheer sagte dazu dem ORF: "Es wurden 90 Pioniere vom Pionierbataillon 1 aus Villach in Kärnten alarmiert. Diese Soldaten sind Spezialisten für den Brückenbau, für den Wegebau, für das Sprengen, für das Freimachen von Flussläufen und Verklausungen, und sie kommen mit allen erforderlichen Maschinen – vom Drehkranzbagger bis zum schweren Pioniergerät – hierher in den Einsatz."

foto: apa/bmlvs/wolfgang grebien
Soldaten beim Abtransport von Treibgut nach den schweren Unwettern in Aigen im Ennstal am Montag.

Die Hälfte der Pioniere soll im Bereich Großsölk mit dem Wiederaufbau von drei weggerissenen Brücken beschäftigt sein. Andere entfernen Treibgut aus Bächen und machen Uferböschungen begehbar.

In der Steiermark waren 16 Gemeinden am Wochenende zu Katastrophengebieten erklärt worden. Der Bund stellt 400 Millionen Euro aus dem Katastrophenfonds zur Verfügung, das Land zehn Millionen. Vor allem Einfamilienhäuser und Straßen wurden massiv beschädigt.

foto: apa/bmlvs/wolfgang grebien
Ein schwer beschädigtes Haus in Aigen im Ennstal.

Katschbergstraße wieder offen

In den Salzburger Gebirgsgauen waren am Dienstag wieder alle Pässe und Gebirgstäler befahrbar. Auch die Nordrampe der Katschbergstraße (B99) wurde am Monagabend zwischen Untertauern und Obertauern für den Verkehr freigegeben. Laut Polizei ist die Straße mit leichten Behinderungen passierbar.

Streckenweise stark beschädigt

Eine erste Bestandsaufnahme habe ergeben, dass die B99 streckenweise stark beschädigt sei und massive Sanierungsmaßnahmen erfordere, sagte Verkehrslandesrat Hans Mayr. 35 Mitarbeiter der Straßenmeistereien seien allein in den Bezirken Pongau und Lungau mit 15 Lastwagen, drei Baggern, zwei Radladern und einem Ladekran seit Sonntag im Einsatz gestanden, um vermurte Straßen freizumachen.

Die größten Schäden gab es im Pongau. Doch auch in den anderen Gebirgsgauen sind die Aufräumarbeiten noch im Gang. Die Großarler Straße (L109) ist seit Montagfrüh wieder befahrbar, ebenso die Südrampe der Katschbergstraße im Lungau. Dort wurden seit Samstag rund 2.000 Kubikmeter Geröll- und Erdmassen beseitigt. Laut dem Landesrat sind die Bediensteten der Straßenmeisterei im Pinzgau vor allem mit dem Freiräumen von vollgefüllten Schotterfängen beschäftigt.

Eine Million Euro Schaden in Kärntens Landwirtschaft

In Kärnten haben am Dienstag die Aufräumarbeiten nach dem schweren Unwetter vom Sonntag weiter angedauert. Die Stromversorgung war wieder flächendeckend hergestellt, die Österreichische Hagelversicherung bezifferte den Schaden in der Kärntner Landwirtschaft auf rund eine Million Euro.

Mais- und Sojakulturen, aber auch Grünland wurden in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem in den Bezirken Spittal an der Drau und St. Veit an der Glan verzeichnete die Hagelversicherung Schadensmeldungen. Hagel und Überschwemmungen hätten in der Kärntner Landwirtschaft im Jahr 2017 bereits sechs Millionen Euro Schaden angerichtet, hieß es von der Versicherung.

Wie das Land Kärnten mitteilte, waren am Dienstag die Gurktaler Straße (B93), die Metznitztal Straße (L62), die Wimitzer Straße (L67) sowie die Hochrindlstraße (L65) durch umgefallene Bäume und Hangrutschungen teilweise nur eingeengt befahrbar. Die starken Regenfälle schwemmten auf der Görtschitztal Straße (B92) Geröll an, die Klippitztörl Straße (L91) wurde durch umgestürzte Bäume verlegt. Die Aufräum- und Reinigungsarbeiten waren am Dienstag in vollem Gange und dürften noch einige Tage in Anspruch nehmen. (APA, red, 8.8.2017)

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