Babys lernen Bedeutung von Wörtern im Schlaf

5. August 2017, 07:00
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Leipzig – Babys sind einer regelrechten Flut von neuen Reizen ausgesetzt, für deren Verarbeitung viel Schlaf entscheidend ist. Deutsche Forscher haben nun herausgefunden, dass sie dabei bereits im Alter von sechs bis acht Monaten Wörtern erstmals Bedeutungen zuordnen.

In Experimenten präsentierten die Wissenschafter Säuglingen Fantasieobjekte, die sie mit Fantasiewörtern benannten. Auf diese Weise sollte ausgeschlossen werden, dass die kleinen Studienteilnehmer auf mögliches Vorwissen zurückgreifen konnten. Objekte, die sich in Form und Farbe nur leicht voneinander unterschieden, wurden mit dem gleichen Namen benannt.

Anhand der Hirnreaktion zeigte sich, dass die Babys in dieser Lernphase neue Objekte der gleichen Kategorie noch nicht mit den entsprechenden Namen verbanden. Legten sie aber anschließend ein Schläfchen ein, änderte sich das schlagartig: sie konnten zwischen den richtigen und falschen Benennungen neuer Objekte unterscheiden.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Kinder bereits viel früher als bisher angenommen über echte Wortbedeutungen in ihrem Langzeitgedächtnis verfügen. Auch wenn die für diese Gedächtnisform relevanten Hirnstrukturen noch nicht vollständig ausgereift sind, können sie schon in gewissem Umfang genutzt werden", sagte Angela Friederici, Leiterin der Studie in "Nature Communications".

Abstract
Nature Communications: "The Sleeping Infant Brain Anticipates Development"

(red, 5.8.2017)

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