"Lüge" von Steffen Jacobsen: Schmutziges Öl

    21. August 2017, 16:07
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    Der Thriller des dänischen Schriftstellers ist rasant, brutal – und nicht unrealistisch, was Wirtschafts- und Geopolitik anbelangt

    Aus dem schmelzenden Grönlandeis erhebt sich ein Berg, der Millionen Jahre unter dem Gletscher verborgen war. Der Chefgeologe des Multis Nobel Oil stellt fest, dass es sich um ein riesiges Lager von Schieferöl und Gas handelt. Aber: Das Gestein enthält genug Cadmium, um beim Fracking das Meer zu verseuchen. Der Geologe wird umgebracht, und die Jagd nach den von ihm erhobenen Daten beginnt. Der Chef von Nobel Oil hat einen Deal mit anderen Multis und den Chinesen am Laufen. Er will sich den Milliardengewinn nicht ruinieren lassen. Eine dänische Polizistin soll den Mord untersuchen; man wünscht sich einen militanten Umweltschützer als Mörder. Aber Lene Jensen ist störrisch, so wie ihr Widerpart, den Nobel Oil anheuert, um die Daten zu finden.

    Steffen Jacobsens Thriller ist rasant, brutal und nicht unrealistisch, was Wirtschafts- und Geopolitik anlangt. Dass manches klischeehaft daherkommt – Firmenbosse sind Schweinehunde und Auftragskiller kommen immer vom Balkan – geschenkt. (Ingeborg Sperl, 21.8.2017)

    Steffen Jacobsen, "Lüge". Deutsch: Maike Dörries. € 17,50 / 480 Seiten. Heyne, München 2017

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      foto: heyne
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