EM-Kolumne: Entdeckungen

Kolumne1. August 2017, 16:50
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Da ist man so lange da und glaubt, Wageningen fast in- und auswendig zu kennen, und dann hätte man beinah den vielleicht schönsten Flecken der Stadt verpasst. Im botanischen Garten, im Südosten von Wageningen auf dem Wageninse Berg gelegen, gibt es einen Aussichtspunkt, von dem aus man einen herrlichen Weitblick auf das tiefer gelegene Grünland und den Niederrhein hat. Einmal schippert ein Kohledampfer stromaufwärts, einmal rudert ein Doppelzweier stromabwärts. Auf der Sitzbank ist ein Spruch eingraviert: "Nur gegen den Strom kommt man an die eigentlich Quelle." Durch die Luft segeln Möwen, im Hintergrund zirpen die Grillen. Und immer der Geruch von frisch geschnittenem Gras in der Nase. Da muss man einfach zur Ruhe kommen.

Im Jahr 1936 wurde der 17 Hektar große botanische Garten Arboretum Belmonte eröffnet. Jahrhundertelang war er ein Landgut. Mit 1500 verschiedenen Arten verfügt das Arboretum Belmonte über die größte Rhododendrensammlung in den Beneluxländern. Jahrzehntelang wurde der Garten von der Universität Wageningen verwaltet.

Auf dem Rückweg spaziert man noch zufällig an einer weiteren Sehenswürdigkeit der Stadt vorbei. Fast versteckt zwischen Wohnhäusern liegt der alte jüdische Friedhof. 1668 wurde er in einem Kalksteinbruch angelegt. Er ist der älteste noch erhaltene jüdische Friedhof außerhalb der großen Städte der Niederlande. 1988 wurde er restauriert. Betreten darf man ihn zwar nicht, vom Zaun aus ist er aber gut einsehbar.

Wenn das ÖFB-Team noch länger im Turnier verbleibt, wer weiß, vielleicht macht man noch weitere Entdeckungen. (Birgit Riezinger, 1.8.2017)

  • Ausblick auf den Niederrhein vom Botanischen Garten "Arboretum Belmonte".
    foto: riezinger

    Ausblick auf den Niederrhein vom Botanischen Garten "Arboretum Belmonte".

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